Ostfriesland - „Wir nehmen das ernst“, sagt Heike Rogner. Die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden beruhigt aber. Bisher habe es in dem Zuständigkeitsbereich der Inspektion keine entsprechenden Straftaten gegeben. Das gilt auch für die Polizeiinspektion Aurich/ Wittmund, wie Pressesprecherin Wiebke Baden bestätigt.
Gleich mehrere Facebook-Seiten warnen vor möglichen Tätern und Taten. Eine ist „Equitrans Pferdetransporte e.V. in Gründung“. Sie wird von Conny und ihrem Team gepflegt. Conny lebt in Nordrhein-Westfalen. Ihren echten Namen und den genauen Wohnort möchte sie lieber nicht sagen. Sie hat Angst vor Anfeindungen und Bedrohungen. Auf ihrer Facebook-Seite trägt Conny Warnungen aus ganz Deutschland zusammen. 16 Stunden am Tag kümmert sie sich nur um dieses Thema.
Veröffentlicht werde nur, was auch bei der Polizei gemeldet sei, sagt sie. Panik wolle sie damit aber nicht schüren. „Es wäre uns lieber, wenn wir irren würden“, sagt sie. Die Frau wisse auch um die große Verantwortung, die sie habe. Mehr als 8600 Facebook-Nutzer folgen der Seite. Ihre Beiträge erreichen zwischen 750.000 und eine Million Menschen.
WhatsApp-Gruppen in Ostfriesland
Ausgehend von dieser Facebook-Seite haben sich inzwischen Whatsapp-Gruppen gegründet – auch in Ostfriesland. Conny distanziert sich von diesen Gruppen. Damit habe sie nichts zu tun. Und sie verurteilt das Vorgehen mancher besorgter Pferdehalter. In solchen Gruppen wird auch mit Fotos von Autokennzeichen und verdächtigen Personen gewarnt. „Das halte ich nicht für zielführend“, betont Conny am Telefon. Sie appelliert vielmehr, Auffälligkeiten direkt der Polizei zu melden – und nicht übers Internet weiterzuleiten.
Die Polizeiinspektion Leer/Emden nimmt Hinweise entgegen, protokolliert und prüft diese. „Die Kollegen sind für das Thema sensibilisiert“, erklärt Heike Rogner. Sie warnt aber davor, Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Das passiere bisweilen.
Pferdehalter folgte einem falschen Verdacht
Rogner berichtet von einem Fall in der Nacht zu Donnerstag. Einem Pferdehalter war bei Rhauderfehn ein Sprinter eines Unternehmens aufgefallen, der an einer Weide entlangfuhr. Der Pferdehalter sei dem Sprinter hinterhergefahren – bis auf das Firmengelände im Raum Cloppenburg. Dort stellte sich heraus, dass der Verdacht unbegründet gewesen war. „Das war ein großes Missverständnis“, sagt die Pressesprecherin. Wer etwas Auffälliges beobachtet, kann sich per Mail, telefonisch oder persönlich bei jeder Polizeidienststelle melden. „Das ist alles kein Problem“, so Heike Rogner.
Besorgten Pferdehaltern gibt die Polizei auch Tipps, wie sie ihre Tiere besser schützen können. Die Beamten empfehlen Tore mit Vorhängeschlössern, eine bessere Ausleuchtung der Weiden und den Einsatz von Bewegungsmeldern. Wer die Möglichkeiten hat, sollte seine Tiere näher ans Haus holen.
Vor einer Sache warnt die Pressesprecherin eindringlich, bei aller Sorge um die Tiere: „Niemand sollte anfangen, selbst zu ermitteln.“
