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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Hansjörg Martin – oder: Erfolgreicher Kampf der alten Meister

18.06.2022

Ostfriesland Einer der ganz großen norddeutschen Autoren, ja für viele der Vater des deutschen Kriminalromans, war Hansjörg Martin.

Er war Clown, Maler, Grafiker, Journalist, bis er endlich als Bühnenbildner bei der ostfriesischen Landesbühne auf Norderney und in Leer zu seiner eigentlichen Bestimmung fand. Er schrieb einen Kriminalroman über einen Mord im Milieu einer kleinen Wanderbühne. Gefährliche Neugier wurde vom Stern abgedruckt und machte ihn auf Anhieb berühmt.

Es folgten legendäre Bücher wie: Kein Schnaps für Tamara, der in der ältesten ostfriesischen Stadt in Norden verfilmt wurde. Oder Bei Westwind hört man keinen Schuss und Spiele auf Spiekeroog.

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Einige Verfilmungen wurden zu Straßenfegern. Bei Rowohlt erschien die Schwarze Reihe. Die Kriminalromane wurden rororo Thriller genannt und ich kaufte jeden. Sie hatten damals 124 Seiten, weil der Herausgeber Richard K. Flesch der Meinung war, Kriminalromane dürften nicht länger sein. Es klingt heute lächerlich, aber das war mal eisernes Gesetz.

Die Bücher kosteten 3 Mark 80. Ich las sie unter der Schulbank, in Parks und Eisdielen. Es gab aufregende Autoren in dieser Reihe. Die Schweden Sjöwall/Wahlöö und die Franzosen Boileau/Narcejac. Patricia Highsmith. Ed McBain. Harry Kemelman. Hier versammelten sich die Besten. Hansjörg Martin war der erste deutschsprachige Krimiautor der Reihe. Ihm folgten viele. Michael Molsner. Irene Rodrian. Friedhelm Werremeier.

Der Siegeszug des deutschen Kriminalromans begann seinen holprigen Weg. Von der Kritik belächelt und ignoriert, fanden immer mehr Leserinnen und Leser Spaß daran, vielleicht auch, weil die Autoren so fleißig durch Buchhandlungen zogen und aus ihren Werken vorlasen.

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Bei so einer Lesung wurde die legendäre rororo Thriller-Reihe dann auch geerdet. Hansjörg Martin trat in einer Buchhandlung auf. Der stolze Gastgeber packte die neuste Verlagslieferung aus. Der brandneue Roman.

Hansjörg Martin sah das Buch selbst zum ersten Mal und wollte freudig daraus vorlesen. Nach einer Weile stockte er und sagte: „Tut mir leid, aber das ist nicht von mir.“ Er sagte noch ein paar andere Dinge, aber es wäre ihm bestimmt nicht recht, wenn ich die hier wiederholen würde. Der Roman war dem Herausgeber zu lang geraten und er hatte ihn kurzerhand umgeschrieben.

Es kam zu einem Rieseneklat. Hansjörg Martin und einige andere deutsche Autoren wollten sich nicht mehr gängeln lassen. Das Ende der berühmten Reihe war eingeläutet.

Heute haben meine Romane manchmal 500 Seiten und mehr. Die Geschichte bekommt halt, was sie braucht. Ich danke den alten Meistern, dass sie durchgekämpft haben, was uns heute selbstverständlich erscheint.

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