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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Von einer Leidenschaft, die viele lieber für sich behalten

26.11.2021

Ostfriesland Seitdem ich in Ostfriesland lebe, weiß ich erst, wie viele meiner Freunde Golf spielen. Ich dachte, ich kenne sie gut, aber diese Leidenschaft hatten sie mir verschwiegen. Nicht alle gehen so ungezwungen damit um wie mein Verleger, der gleich beim ersten Besuch in Ostfriesland mit Bettina und mir eine Wattwanderung nach Baltrum machte und am nächsten Tag auf Norderney golfen wollte.

Ich schrieb gerade intensiv am Schlusskapitel und wollte die Zeit nutzen, um mich meinem Roman zu widmen. Aber er konnte nicht fassen, dass ich den „einzigen natürlichen Dünengolfplatz in Deutschland“ nicht kannte. Er tat, was Verleger nur sehr selten tun. Er hielt mich vom Schreiben ab. Bettina und ich begleiteten ihn.

Nein, wir spielten nicht. Wir hatten ja nicht einmal die dafür notwendige Platzreife. Wir diskutierten über Bücher und Autoren. Wenn er einen Ball schlug, schwiegen wir und genossen die Landschaft. Wie man sich beim Anblick der Nordsee auf ein kleines Loch im Rasen konzentrieren konnte, begriff ich nicht. Es amüsierte mich.

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Freunde aus dem Ruhrgebiet besuchten uns. Fast verschämt gestanden sie, von Norden aus einen Ausflug nach Langeoog machen zu wollen, um auf der Insel Golf zu spielen. Sie betonten, sie seien keineswegs arrogante Schnösel und würden ihr Geld ehrlich verdienen. Das hatte ich allerdings nie bezweifelt. Ähnliches hörte ich von anderen immer wieder. Besonders seit die Golfanlage Schloss Lütetsburg eröffnet hat, häufen sich Gespräche mit Freunden, die nur zögerlich damit herauskommen, dass sie eigentlich gerne ein paar Bälle schlagen würden. Ich habe inzwischen kapiert, dass Golf ein merkwürdiges Image hat. Als sei es eine Art Reiche-Leute-Sport, nur etwas für Adelige oder die oberen Zehntausend.

Für viele Menschen ist es geradezu ein Tabu, darüber zu reden, dass sie Golf spielen.

Wenn man durch den wunderbaren Schlosspark Lütetsburg spaziert, entdeckt man vielleicht zwischen Eichen und Ahornbäumen den Begräbniswald und den Andachtsplatz für Trauerfeiern. Dort sagte mir ein befreundeter Autor: „Hier möchte ich beerdigt werden.“

„Weil dir die Ruhe im Wald besser gefällt als die wilde Nordsee?“, fragte ich. Er druckste kurz herum und grinste dann: „Nein, weil ich von hier aus einen unverbaubaren Blick auf den Golfplatz habe. Auch wenn ich dann nichts mehr sehe. Die Nähe wird mir guttun. Beim Golf hier habe ich ein paar wichtige Sachen übers Leben gelernt.“

Ich wollte natürlich wissen was.

„Wie es ist, sich auf einen Punkt zu konzentrieren. Voll danebenzuhauen und trotzdem freudig weiterzumachen.“

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