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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Onkel Warfsmann und seine tiefe Liebe zur Haifischbar

29.01.2022

Ostfriesland Mein ostfriesischer Onkel Warfsmann wurde von meiner Tante Mia gern „der alte Seebär“ genannt. Manchmal auch „der alte Spinnkopf“.

Beides war glaube ich liebevoll gemeint. Er vermisste im Ruhrgebiet die Nordsee sehr. Wenn abends „Die Haifischbar“ in der ARD lief, hat er das nie verpasst. Ich saß bei ihm und lernte Lale Andersen kennen, Heidi Kabel, Henry Vahl und Freddy Quinn. Über die meisten wusste er eine Geschichte zu erzählen. Angeblich hatte er Lale Andersen auf Langeoog getroffen. Ihr Lied Lili Marleen konnte er auswendig mitsingen.

Mit Freddy Quinn, behauptete er, habe er sich in Hamburg bei einer Kneipenschlägerei Rücken an Rücken den Weg nach draußen freigekämpft. Freddy, der ewige Seefahrer, der mehr als sechzig Millionen Schallplatten verkauft hatte, sei nie zur See gefahren und heimlich verheiratet, verriet Onkel Warfsmann mir. Dann legte er verschwörerisch einen Zeigefinger über seine Lippen und flüsterte: „Aber psssst… Wir werden doch unseren alten Freund Freddy nicht verraten.“

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Ich hielt dicht.

Tante Mia nannte das: „Er spinnt wieder Seemannsgarn“. Aber dass er Heidi Kabel und Henry Vahl mehrfach im Hamburger Ohnsorg-Theater erlebt hatte, ist bestimmt wahr.

Als ich Jahrzehnte später im Ohnsorg-Theater gemeinsam mit meiner Frau Bettina auftrat, habe ich – das gestehe ich gern – das Gefühl gehabt, er würde uns lächelnd zusehen und mindestens so viel Spaß an der Aufführung haben, wie die anwesenden Kinder.

Auf Langeoog habe ich das Grab von Lale Andersen besucht und ihr schöne Grüße von ihrem glühenden Verehrer Onkel Warfsmann bestellt.

Als ein Kriminalfilm, ein Zweiteiler, mit Henry Vahl in der Hauptrolle lief, ich meine der Film hieß: „Die rote Geldbörse“, wollte ich natürlich beide Teile sehen.

Meine Mutter war dagegen. Ich konnte es aber so einrichten, an beiden Abenden bei Tante Mia und Onkel Warfsmann schlafen zu dürfen.

Bei denen war das Pflichtprogramm. Natürlich durfte ich mitgucken und weil Onkel Warfsmann beim Fernsehgucken abwechselnd Pfeife und dann Zigaretten rauchte, bekam ich Pfeifen aus Lakritz und Zigaretten aus Schokolade.

Ja, heute mag man das kritisch sehen, aber Onkel Warfsmann glaubte, Zucker sei gut für den Verstand. Und deshalb war es für ihn wichtig, dass Kinder genug Süßkram bekamen.

Wenn ich in der Schule eine schwere Prüfung vor mir hatte, schenkte er mir Schokolade. So kam ich sogar als erster in unserer Familie aufs Gymnasium. In dem Jahr, als Onkel Warfsmann in Ostfriesland viel zu tun hatte und wir uns nur selten sahen, fehlte mir die Sonderration Schokolade und Lakritz, die er mir ständig zusteckte.

Kein Wunder, dass ich sitzen blieb.

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