Ostfriesland - Für das dritte Crewmitglied einer Yacht, die am Donnerstagabend zwischen Baltrum und Langeoog gekentert ist, gibt es keine Hoffnung mehr: Rettungskräfte fanden den 22-Jährigen heute leblos unter der Wasseroberfläche treibend, konnten den Körper in der aufgewühlten See aber nicht bergen.
Ortung des Notrufsignals
Wie Sprecherin Antke Reemts von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, ging am Donnerstag gegen 18.45 Uhr bei der Rettungsleitstelle Ostfriesland ein schwer verständlicher Notruf ein, der nach einer Ortung des Handysignals dann zwischen Baltrum und Langeoog lokalisiert wurde. Darauf wurde eine großangelegte Suchaktion koordiniert, bei der neben Rettungskreuzern und -booten auch Hubschrauber und zahlreiche andere Schiffe teilnahmen. Seitens der Marine war ein Sea King-Hubschrauber im Einsatz, ebenso wie Maschinen von Wiking Helikopter Service und dem ADAC.
Marine rettet zwei Segler aus der Nordsee
Der Marinehubschrauber fand dann gegen 21.30 Uhr eine 22-jährige Seglerin im Meer und konnte sie mittels einer Seilwinde bergen. Eine halbe Stunde später machten die Marinepiloten einen weiteren Überlebenden aus und nahmen den 23-Jährigen ebenfalls an Bord. Die beiden Überlebenden wurden nach einer Erstversorgung in ein Krankenhaus geflogen. Aufgrund der rauen Witterung wurde die Suche nach dem dritten Crewmitglied am Donnerstag aber gegen 23 Uhr eingestellt, wie Marine-Pressesprecher Dennis Keßler erklärt: „Die Aussicht auf Erfolg lag da schon gegen Null.“ So wurde die Suche nicht nur durch starken Wind erschwert, sondern auch einen Wellengang von vier Metern Höhe. Gewöhnlich sei diese Witterung für die aktuelle Jahreszeit allerdings nicht, so Keßler. „Wir sind früh dran dieses Jahr, was schlechtes Wetter angeht, normalerweise muss man damit jetzt noch nicht rechnen.“
Kein Inselexpress aufgrund des Wetters
Dass die See am Donnerstag ungewöhnlich rau war, bestätigt auch Rainer Sürken, Vorsitzender des Norder Yacht-Clubs und Vertriebsleiter bei der Reederei Frisia: „Wir hatten in Böen teils Windstärken über 6, und das auf der Wattseite.“ Frisia stellte deshalb an dem Tag auf den Inselexpress ein. „Wir sind da sehr vorsichtig“, so Sürken. Für Wasserfahrzeuge sei es bei solchen Witterungsverhältnissen auf See grundsätzlich ungemütlich, sobald man den eigenen Hafen verlasse.
Warum die drei jungen Segler, die aktuellen Erkenntnissen nach aus Göttingen stammen, am Donnerstag überhaupt auf der Nordsee unterwegs waren, ist bislang noch ungeklärt – wie auch der Heimathafen der untergegangenen Yacht.
