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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Sehnsucht nach Ostfriesland – und wie man sie erzeugt

13.05.2022

Ostfriesland Wenn ein neuer Roman erscheint, bekomme ich in den ersten Wochen 250 bis 350 Leserbriefe täglich. Das ist für mich sehr wichtig.

Ich lese alles. Immer.

Meist setzen sich die Menschen in Beziehung zu meinen Romanfiguren. „Lieber Herr Wolf! Ann Kathrin Klaasen ist meine beste Freundin. Aber Sie kann ich nicht leiden. Warum bringen Sie meine Freundin Ann immer in solche Schwierigkeiten?“

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Nicht immer ist es so lustig. Vielfach erzählen mir die Leserinnen von ihrem Leben, von Unrecht, das ihnen geschehen ist oder von ihren Sehnsüchten und Träumen.

Junge Männer identifizieren sich mit meinem Kommissar Frank Weller, weil sie die Situation der Patchwork-Familie kennen und wie es ist, mit einer starken Frau zusammen zu leben.

„Seit ich Rupert kenne, weiß ich erst, wie toll mein Mann wirklich ist“, schrieb mir eine Leserin. Das hat sich wohl auch bei vielen Männern herumgesprochen. Immer wieder berichten Buchhändlerinnen, Männer würden für ihre Frauen Rupert Undercover kaufen.

In den Briefen und Emails identifizieren sich Leserinnen und Lesern mit Romanfiguren und fordern bestimmte Entwicklungen ein.

„Beate soll sich endlich von Rupert scheiden lassen.“

„Ann soll sich mehr um ihren Sohn kümmern.“

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Sein Romanheld „Rupert spiegelt das Drama des modernen Mannes“

Seit ich diese Kolumnen schreibe, bekomme ich viel Post zu Onkel Warfsmann. Er spielt ja oft in den Kolumnen eine Rolle.

Einige behaupten, er sei ein typischer Ostfriese. Andere, er sei untypisch für Ostfriesland.

Aber alle wollen mehr über ihn wissen. In gut der Hälfte der Zuschriften wird ein Buch mit Onkel-Warfsmann-Geschichten gefordert. Er wird als weise bezeichnet oder als Trottel.

Die Menschen reiben sich an ihm.

Viele beneiden mich darum, dass ich so einen Onkel gehabt habe. Wer wünscht sich nicht so einen Unterstützer im Leben?

Er hat mich geprägt, indem er immer einfach zu mir gehalten hat. Mit seinen Geschichten und Flunkereien, von seiner Frau Seemannsgarn genannt, hat er mich immer wieder aufgebaut.

Er hatte nach eigenen Angaben nur knapp fünf Jahre die Schule besucht, aber wenn ich nicht weiterwusste, hatte er immer einen guten Rat für mich.

Er war auf eine erfrischend unintellektuelle Art klug.

Er hatte angeblich als Seemann die ganze Welt gesehen und behauptete, nirgendwo sei es auch nur annähernd so schön wie in Ostfriesland.

Je weiter er von Ostfriesland entfernt lebte, umso schlimmer brannte seine Sehnsucht.

Etwas davon übertrug sich auf mich.

In vielen Briefen, die ich bekomme, steht: „So einen Onkel hätte ich auch gebraucht“.

Onkel Warfsmann repräsentiert vielleicht nicht Ostfriesland, wohl aber etwas, das jedes Kind braucht: Die Zuversicht, dass es einen Erwachsenen gibt, der es gut mit ihm meint.

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