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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Von einer Leidenschaft, die niemals Leiden schafft

25.06.2022

Ostfriesland Das Erfinden von Geschichten war immer meine große Leidenschaft. Wenn ich schreibe, bin ich glücklich.

Ich wollte nie etwas anderes werden als Schriftsteller. Es ging nicht darum, reich oder berühmt zu werden.

Ich wollte einfach nur meine Geschichten erzählen. Figuren an ihre Grenzen bringen. Sie ihre größte Sehnsucht und größte Angst spüren lassen.

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Heute kann ich über die traurigen Ursprünge reden. Wenn es bei mir zu Hause schwierig wurde, wenn der Alkohol meinen Vater aggressiv gemacht hatte, die Schreierei und die Streitigkeiten begannen, dann versteckte ich mich oft unter der Spüle.

Dort saß ich stundenlang. Ich war in der Grundschule und liebte Bücher. Ich klemmte eine Taschenlampe in die Krümmung des Abflussrohres. So konnte ich unter der Spüle lesen. Ich nahm, was ich gerade kriegen konnte. Von Dostojewski bis zu Angelique Romanen verschlang ich alles. Piratenromane waren mir am liebsten. Ich beamte mich beim Lesen weg. Ich saß plötzlich nicht mehr wehrlos und ängstlich in diesem stickigen Raum unter der Spüle. Ich segelte als Freibeuter über die Weltmeere.

Die Bücher gaben mir Kraft. Die Autoren, die mir so sehr halfen, waren meine Freunde. Meine Helden. Ich wollte werden wie sie. Ich begann, eigene Hefte vollzukritzeln und zu malen. Ich entwarf ganze Welten und erlebte darin Abenteuer.

Die Verwandlung in andere Figuren hatte für mich etwas Befreiendes, ja Heilendes an sich.

Schreibend konnte ich neue Handlungsspielräume für mich ausprobieren. Zunächst identifizierte ich mich mit den literarischen Figuren und dann begann ich die Welt aus ihrer Sicht zu sehen. Das erdrückende Grau meines Alltags wurde bunt.

Das eigene Schreiben war zunächst ein gut gehütetes Geheimnis. Später teilte ich meine Geschichten mit ein paar Klassenkameraden. Aber es gab auch einen Erwachsenen, der mir gerne zuhörte und mir Luft unter die Flügel meiner Phantasie pustete: Mein ostfriesischer Onkel Warfsmann.

Noch heute genieße ich es, in die Welt meiner literarischen Figuren einzusteigen und mit ihren Augen die Welt zu sehen. Ich kann ungestraft Verbrechen begehen oder Leben retten. Ich hocke dabei nicht mehr unter der Spüle, sondern sitze bequem im Strandkorb und trinke Tee. Ich werde zum Serienkiller oder zur Hauptkommissarin. Ich erlebe die Welt mal als Opfer und dann wieder als Täter. Glauben Sie mir, dann sieht die Welt jedes Mal ganz anders aus.

So entsteht in den besten Momenten der Röntgenblick beim Schreiben. Der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele.

Das Schreiben ist für mich ein Abenteuer mit unsicherem Ausgang geblieben.

Ich liebe es!

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