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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Die glückliche Ehe von Onkel Warfsmann und Tante Mia

23.09.2022 - aktualisiert vor 26 Minuten

Ostfriesland Als ich ein kleiner Junge war, gab es um mich herum nicht viele glückliche Ehen. Ich kannte viele Paare, die trotzdem zusammenblieben. Sie hatten Gründe. Das gemeinsame Geschäft. Die Kinder. Das Haus. Angst vor der Einsamkeit.

Ehe- oder Liebespaare, die offensichtlich glücklich miteinander waren, existierten als Behauptung im Fernsehen.

Doch ich durfte auch ein wirklich glückliches Ehepaar erleben: meinen Onkel Warfsmann und meine Tante Mia.

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Er, der ostfriesische Seemann, war aus Liebe zu ihr nach Gelsenkirchen gezogen und Hilfsarbeiter unter Tage geworden. Sie wohnten in einer kleinen zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Ich war gern bei ihnen, denn dort wurde viel gelacht. Das Geld war immer knapp, aber sie kamen mir reich vor.

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Sie stritten nicht um Geld, sie gönnten sich gegenseitig etwas. Sie ihm seinen Tabak und er ihr den Cognac am Abend, der eigentlich ein billiger Weinbrand war, aber großspurig Cognac genannt wurde.

Ich mochte es, wie sie sich ansahen, da war so viel Liebevolles in ihrem Blick.

Ich fragte ihn, ob es nicht schrecklich für einen Seemann sei, als Bergmann unter Tage zu arbeiten.

Er antwortete mir: „Ja mein Junge, ich vermisse die Freiheit, die frische Luft und das Meer, aber was bekomme ich dafür? Ich wache jeden Morgen neben meiner Liebsten auf und wenn ich aus dem Pütt komme, dann gehe ich zu ihr. Ich bin nicht Monate unterwegs. Wie früher, das wollen wir nicht mehr.“

Wenn sie über die Zeit redeten, als er noch zur See fuhr, dann spielte immer Norddeich Radio eine wichtige Rolle. Er nannte es „die Küstenfunkstelle“. An einem Weihnachten hatten sie sich über Norddeich Radio alles Gute gewünscht und sich gesagt, wie sehr sie sich lieben und vermissen.

Die Sendung hieß: Gruß an Bord.

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Ich weiß nicht, wie oft ich mir angehört habe, wer was gesagt hatte. Einig wurden sie sich dabei nie. Es variierte immer, mal hatte er zunächst kein Wort herausbekommen, mal sie. Aber es müssen viele Menschen zugehört haben, und das schüchterte sie ein bisschen ein. Immer hatten sie Tränen in den Augen, wenn sie darüber sprachen, und meist griff sie zuerst seine Hand und hielt sie. Er tätschelte dann ihren Handrücken und sagte: „Was waren das für Zeiten?!“

Heute würde man sich wahrscheinlich eine WhatsApp Sprachnachricht schicken, einfach telefonieren oder über andere digitale Möglichkeiten Kontakt halten. Was sie erzählten, war irgendwie größer, ja romantischer für mich.

Onkel Warfsmann sagte mal überschwänglich: „Aus Norddeich Radio müsste mal ein Museum werden, damit man sich daran erinnern kann, wie das früher einmal war.“

Inzwischen gibt es das Museum längst.

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