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NWZonline.de Region Ostfriesland

Kolumne von Klaus-Peter Wolf: Was man so alles falsch machen kann

23.09.2021

Ostfriesland Künstler, die viel in der Öffentlichkeit sind, bekommen positive Zuwendung. Applaus gehört dazu. Natürlich gibt es immer auch Kritik. Einige haben sogar einen Beruf daraus gemacht und sind Film- oder Literaturkritiker geworden. Öffentliche Mensch sind oft auch heftigen Attacken ausgesetzt. Nicht immer hat das etwas mit dem zu tun, was der Promi gesagt, getan oder gelassen hat.

Manchmal ist die bekannte Person nicht mehr als eine zufällige Leinwand, auf die dann andere ihren eigenen Film projizieren. So werden Stars – je nach Tageslaune des Betrachters – göttergleich in den Himmel gehoben oder in die Hölle verbannt. Das hat mehr mit der eigenen Befindlichkeit zu tun als mit der Schauspielerin, dem Schriftsteller oder der Sängerin.

Supermarktkassiererinnen können auch ein Lied davon singen.

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An verregneten Urlaubstagen lassen Touristen gern schon mal ihren Frust an ihnen aus. An manchen Orten, besonders in Großstädten, ist die Grundaufgeregtheit der gestressten Menschen für mich spürbar, die beginnende Hysterie fast greifbar.

Ein wesentlicher Grund für Bettina und mich, nach Ostfriesland zu ziehen, war die herrliche Unaufgeregtheit der Menschen hier. Es ist nicht gerade stoische Gelassenheit, aber doch eine ruhige Bodenständigkeit.

Ein Satz verdeutlicht das für mich: „Hauptsache, der Deich hält!“ Vielleicht hat alles mit der Nordsee zu tun oder dem Wechsel der Gezeiten, ich weiß es nicht.

Seit Corona sind die Menschen aber auch hier gereizter geworden. Ich staune, was ich alles falsch machen kann, wenn ich als Schirmherr für den Bau eins Hospizes am Meer Geld sammle. Gern werde ich dafür neuerdings in den sozialen Medien „bloßgestellt“. Ich grinse zu sehr. Ich trage eine Maske und mache deswegen Propaganda für die Regierung. Ich trage keine Maske und gefährde die Mitmenschen. Ich mache das alles nur für Geld. Ich hätte doch wohl Geld genug. Gerade bin ich noch zu links, schon zu konservativ. Ich halte auf einem Foto zu wenig Abstand. Ich sitze vor dem falschen Café. Ich könnte das endlos fortsetzen. Es gibt sogar Leute, die behaupten, ich hätte nie einen Bestseller geschrieben. Inzwischen habe ich begriffen, warum Menschen besonders dann auf mich aggressiv reagieren, wenn ich gut gelaunt über Hospizarbeit rede, und für ein würdiges Leben bis zu letzten Atemzug Geld sammle.

Ich konfrontiere die Menschen mit ihren eigenen Urängsten. Diejenigen, die sich am meisten davor fürchten, einsam und unversorgt zu sterben, bekämpfen den, der genau das verhindern will, besonders heftig.

Anäis Nin schrieb: „Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind.“

Ich denke, sie hat recht gehabt. Ihr Satz erklärt mir vieles.

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