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Branche In Ostfriesland Leidet Unter Corona Reisebüros mit Existenzängsten

Tobias Göttler

Ostrhauderfehn/Remels - Zwei ostfriesische Reisebüros, aber nur eine Meinung: „Wir erwarten von der Politik einen eigenen Rettungsschirm, sonst werden wir das Jahr nicht überstehen können.“ Silvia Goosmann betreibt ein Reisebüro in Remels, Burchard Esders in Ostrhauderfehn. Beide Unternehmer haben Existenzängste „Wir waren als erste Branche von der Corona-Krise betroffen“, sagt Esders, „und wir werden als letzte wieder ins Geschäftsleben einsteigen können.“

Goosmann und Esders, die als Franchise-Unternehmer für Reiseland beziehungsweise Holiday Land tätig sind, haben staatliche Soforthilfen in Anspruch genommen. „Das waren 3000 Euro im März und 6000 Euro im April“, sagt Goosmann, „das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Seit Anfang März haben sie keine Einnahmen mehr. „Es kann nicht sein, dass die großen Konzerne wie Lufthansa, TUI oder Condor Milliarden an Hilfsgeldern bekommen“, ergänzt die 35-Jährige, „während wir in die Röhre gucken.“ Ab und an könne sie die Tränen nicht zurückhalten, zu groß sei der Druck.

Mitarbeiter in Kurzarbeit

In beiden Betrieben sind die jeweils zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter längst in Kurzarbeit. „Ich habe hier aber jeden Tag genug zu tun“, sagt Goosmann. Reisen müssten storniert oder umgebucht und viele Fragen am Telefon beantwortet werden. „Die Stornierungen haben auch zur Folge, dass wir die Provisionen, die wir von den Reiseveranstaltern erhalten haben, zurückzahlen müssen“, sagt der 60-jährige Ostfriese.

Beide Geschäftsleute freuen sich, wenn Kunden Gutscheine annehmen und ihre Reisen nicht stornieren, sondern verschieben. „So bleibt uns wenigstens die Provision und die Menschen können sich auf die Reise zu einem späteren Zeitpunkt freuen“, sagt Goosmann. Esders kann aber auch nachvollziehen, wenn Kunden die Reise stornieren und das Geld zurück haben wollen. „Viele Menschen sind durch diese Krise finanziell selbst gebeutelt.“

Kunden wollen verreisen

Dass sich die Kundschaft nach Reisen sehnt, steht für beide außer Frage. „Meine Kunden scharren mit den Hufen, sie wollen wieder raus“, sagt Goosmann. Im Schaufenster ihres Büros hängen zahlreiche Angebote für Reisen innerhalb Deutschlands für den Spätsommer und den Herbst. „Wir sind auf Gruppenreisen spezialisiert“, sagt Esders, „wenn es wieder losgehen kann, werden wir unsere Stammkunden persönlich kontaktieren.“

Hohe Umsatzeinbußen

Noch brauchen die Reisebüro-Inhaber Geduld. Das Reiseverbot der Bundesregierung gilt vorerst bis zum 15. Juni. „Ich werde mich noch eine Zeit lang über Wasser halten können“, sagt die alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter, „danach wird die Luft aber dünn.“ Esders geht davon aus, dass die Tourismus-Krise noch mindestens bis Mitte August anhalten wird. „Wenn das der Fall sein sollte, rechne ich mit Umsatzeinbußen von 1,5 Millionen Euro.“

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