Emden - Musik sucht sich ihre eigenen Wege. Das beweist die Musische Akademie in Emden. Denn, wie in so vielen Bereichen, zwingt der Lockdown auch die Musikschule dazu, kreativ zu werden. In Videos auf ihrem „Youtube“-Kanal animiert sie regelmäßig Emder Kindergartenkinder zum Mitsingen und Tanzen.

Musische Akademie

Seit über 50 Jahren bringt die Musische Akademie Jung und Alt zum Musizieren. Insgesamt 36 Musiklehrer unterstützen in unterschiedlichsten Angeboten, beim Spielen aller gängigen Instrumente und im Gesang. Sie verfügt über verschiedene Ensembles von Streichmusikern, Bläsern und Chören. Die Musische Akademie kooperiert mit vielen Emder Kitas und Schulen und bietet Förderungsangebote für Kinder an.

„Unsere Musikpädagogen nehmen drei Mal in der Woche Videos für Kinder aus der frühkindlichen Erziehung auf“, sagt Carolin Gieselmann, Bereichsleitung der Früherziehung an der Musischen Akademie. Die Videos entstehen in Eigenregie der Musikschule. Unter anderem versuchen die Musikpädagogen der Frühförderung, mit bekannten Kinderliedern Kinder aus 22 Emder Kindergärten zum Mitsingen zu animieren.

Doch das ist nicht alles. „Unser Ziel ist es, die Kinder kreativ werden zu lassen“, sagt Gieselmann. Deshalb zeigen die Musikpädagogen, wie man mit Alltagsgegenständen, die jeder bei sich zu Hause hat, Klänge erzeugen kann. Mittlerweile sind über 50 Videos entstanden - Immer zu einem bestimmten Motto. Als Matrosen bekleidet gehen die Musikpädagogen auf große Fahrt oder zeigen, wie man auch heute noch zu Vivaldis „Frühling“ tanzen kann.

„Während des ersten Lockdowns mussten wir schnell aktiv werden, um unsere Arbeit weiter ausüben zu können“, sagt Gieselmann. Schnell entstand die Idee, in Videos die musikalischen Übungen aufzunehmen, die sonst in den Kitas gemacht werden.

„Unsere ersten Videos wurden noch mit Handykameras aufgenommen“, sagt Tobias Kokkelink, Schulleiter der Musischen Akademie. Doch daran erinnert heute nichts mehr. Kokkelink: „Mittlerweile haben wir uns sogar ein eigenes Filmstudio mit zwei Kameras und Mikrofonen eingerichtet.“

„Uns geht es aber nicht darum, dass unsere Videos oft angeklickt werden“, sagt Gieselmann. Vielmehr soll die technische Ausrüstung die pädagogische Arbeit noch weiter unterstützen, indem Töne besser verständlich und Gesichtsausdrücke näher gezeigt werden können.

Doch wie kommt das Projekt bei den Emder Kindergärten an? Hier scheiden sich die Geister. So setzt der Kindergarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Burgplatz auf persönlichen Kontakt. „Wir haben hier keine Möglichkeit, die Videos für unsere Kinder abzuspielen“, sagt Brigitte Schwirblies, Leiterin der Kita. Daher freue sie sich sehr darauf, wenn die Unterstützung der Musischen Akademie wieder vor Ort stattfinden könne.

Anders sieht es im „Kindergarten Schwabenstraße“ aus. Auf der Internetseite der Kita können die Videos von zu Hause aus angeklickt werden. „Momentan sind die Videos ein wahrer Schatz und kommen bei unseren Kindern super an“, sagt Irmgard Theissler, Erzieherin in der Schwabenstraße. Vor allem für die Kinder, die zu Hause keinen Zugang zu den „Youtube“-Videos haben, sei es immer wieder eine große Freude, mitzusingen und mitzutanzen.

„Rückblickend zeigt die Corona-Krise, dass es auch immer wieder Raum gibt, sich weiterzuentwickeln“, stellt Gieselmann fest. Das Projekt soll auch nach dem Lockdown noch weitergeführt werden.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen