Papenburg - Mit dem traditionellen Brennstart hat die Meyer Werft in Papenburg den Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffes mit dem Namen Silver Nova gestartet. Das Project Evolution für die Reederei Silversea setzt mit einer Vielzahl von Innovationen neue Maßstäbe für Umweltschutz und die Luxus-Expeditionskreuzfahrt, heißt es. Und: Das nächste Großprojekt steht schon in Aussicht, der Vorvertrag ist besiegelt.
Doch der Reihe nach: „Wir freuen uns, nun mit dem Bau dieses kleinen und exklusiven Schiffes zu beginnen und unsere lange Partnerschaft mit der Royal Caribbean Group fortzusetzen“, so Werft-Geschäftsführer Bernard Meyer. Dieser Tag sei ein ganz besonderer, denn erstmals entstehe ein Silversea-Schiff auf der Meyer Werft.
Konzept
Dank eines innovativen Treibstoffkonzepts mit emissionsarmem LNG (Flüssiggas), einem Brennstoffzellensystem für den gesamten Hotelbetrieb sowie Batterien verfügt das neue Schiff über die bestmöglichen Maßnahmen, um Emissionen zu reduzieren, teilte das Unternehmen mit. „Bei diesem neuartigen Schiffskonzept kommt unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit aus den vergangenen Jahren zusammen. Und: Natürlich arbeiten wir schon an den Innovationen von morgen für unterschiedliche Schiffstypen“, so Geschäftsführer Thomas Weigend.
„Dazu“, so erläuterte die Pressestelle auf Nachfrage, „gehören unterschiedliche Innovationen wie klimaneutrale Brennstoffe nach dem Power-to-Liquid-Verfahren oder neue Antbriebsarten wie die Brennstoffzelle, aber auch nachhaltige Materialien für zum Beispiel Kabinen.“
CO2-Fußabdruck
Das vier Megawatt starke Brennstoffzellensystem wird ergänzend zu den LNG-Maschinen als erste große Installation dieser Art in der Kreuzfahrtbranche für die Stromversorgung des Schiffes eingesetzt und den gesamten Hotelbetrieb versorgen. Somit werden Schadstoffemissionen während der Liegezeiten im Hafen vollständig vermieden, heißt es. Zusätzlich erhöhe ein Batteriesystem durch das Abfangen von Lastspitzen die gesamte Effizienz des Schiffes und reduziere so den Treibstoffverbrauch erheblich.
„Zu unserer Strategie gehört es auch, den Schiffbau zur Klimaneutralität zu bringen. Wir sind in den vergangenen Jahren dabei schon die ersten Schritte gegangen und machen nun bei diesem Projekt nochmals einen Sprung zu einem kleineren CO2-Fußabdruck.“, sagt Malte Poelmann, Chief Technology Officer der Meyer Gruppe.
Sparprogramm
Doch hat die Ankündigung auch Auswirkungen auf das massive Sparprogramm von 1,25 Milliarden Euro? Nein. „Das Programm ist die Grundlage für das langfristige Fortbestehen der Werft und damit für den Erhalt tausender Arbeitsplätze für den Schiffbaustandort Deutschland.“
Auch am geplanten Abbau von 450 Arbeitsplätzen wird nicht gerüttelt. „Der Auftrag für die Silver Nova stammt bereits aus dem Jahr 2018 und somit bereits in der Auslastungsplanung berücksichtigt und hat daher keine Auswirkungen. Es bleibt bei 350 Stellen bei der Meyer Werft und 100 bei EMS Maritime Services, die abgebaut werden müssen“, so die Pressestelle.
Apartment-Schiff
Was die Zukunft betrifft: „Wir haben als erste Werft geschafft, unser gesamtes Auftragsbuch auf Schiff mit Flüssigerdgas LNG umzustellen. Zudem haben wir einen Vorvertrag mit Ocean Residences über ein Apartment-Schiff, das ebenfalls mit einem Brennstoffzellensystem und Batteriepacks ausgestattet sein soll, wenn der Schiffbauauftrag zustande kommen sollte.“
