Pewsum - Es geschah am Mittwoch, 30. Dezember, um 13.18 Uhr als Pewsumerin Elfriede Krägeloh der Geduldsfaden riss: Sie ließ im sozialen Netzwerk Facebook ihrem über Jahre angestauten und konservierten Groll Freiraum. Der Grund liegt im Boden und ist an einigen Stellen fünf, an anderen Stellen noch mehr Zentimeter tief und befindet sich haufenweise in der Wiard-Lüpkes-Straße: ganze Reihen an Schlaglöchern. Betroffene Nachbarn meldeten sich zustimmend unter dem Post. Einer schrieb lakonisch: „Nur die Milchstraße ist noch älter.“

KOMMENTAR Mehr Geld ist nötig

Peter Saathoff

Tatsächlich ist die Wiard-Lüpkes-Straße in Pewsum knapp 60 Jahre alt. Die ersten Häuser entstanden Mitte der 1950er Jahre, die Straße in ihrer jetzigen Form folgte zu Beginn des anschließenden Jahrzehnts. „Und seitdem ist da nichts mehr dran gemacht worden“, ärgert sich Krägeloh, die mit ihrem Mann Dieter Uden schon vor rund zehn Jahren auf den schlechten Straßenzustand hinwies.

„Damals überreichte ich dem damaligen Bürgermeister Johann Saathoff (SPD) Fotos von der Straße“, erzählt Uden, „und es hieß, da müsse dringend etwas gemacht werden.“ Es blieb dabei. Bis sich die Anwohner 2018 in einer Sitzung des gemeindeeigenen Infrastrukturausschusses zu Wort meldeten und auf die Verkehrsgefährdung durch das in den Schlaglöchern gesammelte Wasser hinwiesen. Ratsherr Hartmut Hamann (Haro) aus Freepsum forderte anschließend, dass an der Straße dringend Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollten. Das geschah.

„Und es wurde noch schlimmer“, ärgert sich Uden. Ein Gullideckel wurde erhöht, nun sammelt sich noch mehr Wasser in den Senken. Für die Anwohner hat das Folgen. „Das Wasser spritzt überall hin.“ Ein weiteres Problem: „Wenn hier ein Lkw durchfährt, um Baumaterialien zu bringen, fährt der durch die Löcher und aus unseren Fugen bröckelt der Putz“, hat Uden festgestellt. „Da muss endlich mal etwas geschehen.“