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NWZonline.de Region Ostfriesland

Abriss wegen Asbestbelastung: Warum der Norder Reitstall weichen muss

18.06.2021

Norden Die Entscheidung, dass der Reitstall der Anlage in Bargebur zeitnah abgerissen werden muss, sorgte nicht nur bei den Mitgliedern des Vereins PSV Norderland für Enttäuschung: In der letzten Sitzung des Norder Stadtrats wurde mehrfach Kritik gegenüber der Verwaltung und auch dem involvierten Gutachter laut, dessen Bewertung dem Sanierungskonzept der Stadt zuletzt eine Absage erteilt hatte. Grund für Irritation war vor allem die Tatsache, dass bei einer Raumluftmessung im Stall keinerlei Asbestfasern nachzuweisen waren. Auch wenn der Stall grundsätzlich nicht frei von Schadstoffen sei, ermögliche dieses doch mehr Perspektiven als nur den Abriss, argumentierten etwa die Ratsmitglieder Kerstin Kolbe (Grüne) und Dorothea van Gerpen (SPD). Das war im Frühjahr auch noch die Hoffnung der Verwaltung gewesen, wie der Erste Stadtrat Marcus Aukskel erklärte – erst die für das Sanierungskonzept notwendigen Untersuchungen hatten demnach das volle Ausmaß der Probleme offenbart.

Asbestfasern nur noch schwach gebunden

Knackpunkt war nach Auskunft der Verwaltung die Entdeckung im Mai, dass die Asbestfasern im Bereich des Daches nur noch schwach gebunden seien. Bis dato war man von starkgebundenen Fasern ausgegangen, was ein Sanierungskonzept zwar nicht wirtschaftlich attraktiv, aber dennoch möglich gemacht hatte. Der Stall in Bargebur sollte zuletzt eine Dachsanierung mit Lichtbändern erhalten und mit Paddocks sowie einem Anbau für Sozialräume erweitert werden.

Dieser Plan scheiterte, so Aukskel, dann an zwei Konsequenzen der neuen gutachterlichen Einschätzung. Die notwendige Schadstoffsanierung erfordert demnach die Entsorgung aller nicht sanierungsfähigen Baustoffe – in diesem Fall auch die Leimbinder des belasteten Daches. Theoretisch ließen diese sich mit Dichtmitteln zwar vorübergehend konservieren, dürften dann aber nicht mehr bearbeitet werden. Sprich, die für Dacharbeiten notwendigen Bohr- oder Sägearbeiten wären nicht zulässig. Ein komplett neues Dach verbietet wiederum das Fehlen einer Bauleitplanung für das Grundstück in Bargebur (zumal das Gelände zu Teilen auch der Samtgemeinde Hage gehört, was den Vorgang weiter erschwert).

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Bewusst keine Provokationsmessung

Wie die Verwaltung zuletzt betonte, wurden an mehreren Orten im Reitstall Proben entnommen. Laut Aukskel wurden dabei versucht, möglichst unbelastete Stellen zu finden. Dass die Raumluft bei einer Messung auch dank der Zwischendeck ohne Asbestbefunde blieb, sei zwar erfreulich – und hatte bis zuletzt eine geduldete Weiternutzung des Stalls durch den Reitverein mit ermöglichst –, bedeute letztlich aber nicht, dass der Stall damit ohne Gefahr für Mensch und Tier sei. So hatte man auf eine sogenannte Provokationsmessung mit verwirbelter Luft verzichtet, weil die gesamte Anlage in Konsequenz anschließend nur noch mit Schutzkleidung hätte betreten werden können. Die schwachgebundenen Fasern des Daches würden dennoch durch Witterung auf dem Gelände und auf anliegenden Grundstücken verteilt.

Auf die geäußerten Zweifel an der Qualifikation des Gutachters hin listete die Verwaltung insgesamt 13 Einschätzungen und Prüfberichte auf, die in dem Zusammenhang zwischen 2020 und 2021 über die Reitanlage Bargebur erstellt worden waren. Involviert waren demnach nicht nur ein Bauingenieur aus Norden, sondern auch das Chemische Untersuchungsamt Emden. Dieses hatte zuletzt die Empfehlung ausgesprochen, dass neben den asbesthaltigen Produkten in der Konstruktion auch belastete Baustoffe zu entsorgen seien – dem hatte sich das Gewerbeaufsichtsamt Emden angeschlossen. Für den Reitstall gilt seitdem die Einschätzung, dass Gefahr im Verzuge ist, was die Weiternutzung unmöglich macht.

Abriss in den Sommerferien

Der Abriss der Anlage Bargebur – die nebenstehende Reithalle ist seit Jahren abgängig und unbenutzbar – soll nach letzten Angaben in den Sommerferien erfolgen. Die Suche nach einem alternativen Standort für den Reitverein, bis die Bauleitplanung für einen neuen Standort und der anschließende Neubau fertig sind, läuft noch.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Ostfriesland
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