Hinte - In Hinte soll eine neue Slip-Anlage für Bootjefahrer samt Wohnmobilstellplätze entstehen. Das fordert die SPD-Fraktion und hat auch schon eine Idee, wie das finanziert werden soll. So könnte nach dem Vorschlag der Genossen das bisherige Wassergrundstück am Hinter Tief in Hinte-Haskamp gegen Höchstgebot verkauft werden und der Erlös komplett in die neue Anlage fließen. Diesen Vorschlag hat nun die SPD-Fraktion in Hinte gemacht und damit neuen Wind in die immer mal wieder diskutierte Slip-Anlage gebracht.

Auf der neuen Anlage soll das Slippen dann später auch kostenpflichtig sein, teilte SPD-Fraktionschef Andreas Weerda mit. Dazu solle die Anlage mit „modernster Technik“ ausgestattet werden. Das gleiche System könnte dann auch für die Abrechnung der Wohnmobilstellplätze genutzt werden. In die Gemeindekasse würden dann die Einnahmen der Slipanlage und des Wohnmobilstellplatzes fließen, ist sich die SPD sicher.

Die Diskussion um eine neue Slip-Anlage ist vor allem im Zustand der jetzigen Vorrichtung an der Hans-Böckler-Allee begründet. Die Anlage gilt als alt und teilweise marode und bräuchte aus Sicht vieler Bootjefahrer dringend eine Generalsanierung. Eine Sanierung an gleicher Stelle lehnt die SPD allerdings ab. Direkt gegenüber dem Grundstück entsteht aktuell ein kleines neues Baugebiet. Außerdem ist die Anlage nur über die Wohngebiete erreichbar. In diesem Zusammenhang sprechen die Genossen von einem erhöhten Verkehrsaufkommen, was die Wohnsituation belaste. Seitens der Anwohner habe es immer wieder Beschwerden über die stark zugenommene Nutzung der Anlage und einer damit einhergehenden verschärften Parkplatzsituation rund um die Anlage gegeben.

Laut SPD soll auch ermittelt werden, inwieweit Fördergelder aus einem neuen Bundesprogramm für Wassertourismus eingeworben werden können, um den Neubau zu fördern.

Die Freie Liste Hinte (FLH) hat bereits 2019 einen Vorschlag gemacht, um die Slipanlage in Haskamp zu sanieren. So könne auch der Bootstourismus an der Stelle ausgebaut werden, erklärte Gerhard Hoffmann. An der Slipanlage in Haskamp hält Hoffmann allerdings fest, ein Verkauf komme nicht in Frage. Dort könnten sogar auch mobile Häuser aufgestellt werden, so eine Idee. Außerdem böte sich im Winter ein Zugang für Schöfler an das Knockster Tief, ist sich Hoffmann sicher.

Bereits 2011 war die Slipanlage Thema im Gemeinderat, verlief danach jedoch im Sande. Damals hatte die FLH 50 000 Euro als Anschubfinanzierung gefordert, während die Verwaltung die Anlage sogar abreißen wollte, um Baugrundstücke anzubieten. „Das kommt für die FLH nicht in Frage“, so Hoffmann. Aus seiner Sicht seien schon zu viele Wassergrundstücke in der Gemeinde bereits in Privathand.

Die Sanierung der zweiten Bootsanlage in Loppersum sei derzeit für die SPD kein Thema. Die Genossen sehen in einer neuen Anlage einen Mehrwert gegenüber zwei veralteten Vorrichtungen, heißt es. Die FLH hat indessen auch hier bereits bemängelt, dass die Zuwegung dorthin durch ein Wohngebiet führt.

Zwei Slipanlagen gibt es in der Gemeinde Hinte. Sie befinden sich in der Friedenstraße in Loppersum, an der Kanalstraße und in der Hans-Böckler-Allee in Hinte-Haskamp. Auf beiden Anlagen ist das Slippen kostenlos.

In Loppersum ist die Anlage vom benachbarten Wassersportverein Loppersum im Jahr 2015 verbreitert worden. Dort können Boote bis sechs Meter bequem slippen. Die Wassertiefe ist, je nach Gezeiten, etwa 70 Zentimeter.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich