Emden - Im Lockdown die Natur vor der eigenen Haustür entdecken – dieser Trend hat am letzten Wochenende offenbar auch die große Mitmach-Zählung „Stunde der Wintervögel“ befeuert. Zwar läuft die Meldephase noch, doch schon jetzt zeichnet sich ostfrieslandweit mit über 1000 Teilnehmern eine neue Rekordbeteiligung ab. In Emden ist immerhin schon mal die zweitbeste Teilnehmerzahl seit dem Start 2011 erreicht. „Auch das ist ein sehr gutes Zwischenergebnis“, sagte Regionalgeschäftsführer Jan Schürings vom Naturschutzbund (Nabu) Ostfriesland.
Demnach haben bisher 87 Emder bei der Wintervogelzählung mitgemacht – schon jetzt sechs mehr als im Vorjahr bei Meldeschluss. „Und vielleicht kommen wir ja auch noch an den Rekord von 103 Teilnehmern im Jahr 2019 heran“, sagte Schürings. Schließlich sei das Portal für die Online-Meldung der Zählergebnisse noch bis kommenden Montag geöffnet. Auch die bis dahin per Brief zugesandten Meldungen, die von den Nabu-Mitarbeitern erst per Hand ins System eingegeben werden müssen, könnten die Teilnehmerzahl noch ein bisschen nach oben schrauben.
Auch die Anzahl der Gärten (auf dem zweithöchsten Stand) und die Anzahl der genannten Vogelarten (die höchste seit 2011) wertet Schürings als Erfolg. „Man merkt, dass viele regelmäßig dabei sind, inzwischen mehr Arten unterscheiden können und daher auch mehr Exemplare in den Zweigen entdecken.“
Eine Emder Auffälligkeit dabei war laut Schürings, dass in der Stadt deutlich mehr Rabenkrähen (die mit dem schwarzen Schnabel) und Saatkrähen (grauer Schnabel mit Höcker) gezählt worden seien. „Das läuft gegen den Trend im ländlicheren Ostfriesland.“ Eine Entwicklung, die darauf zurückgeführt wird, dass speziell die Saatkrähen wegen der immer effektiveren Erntemaschinen auf den Äckern weniger Futter finden. Auch deutlich mehr Buntspechte seien in Emden gesichtet worden.
An den derzeit führenden Haussperling (Spatz) werden sie aber nicht herankommen. Der hat sich schon etwas vom Verfolgerfeld abgesetzt. Auf Platz zwei liegt derzeit die Kohlmeise. Um Platz drei herrscht noch einiges Geflatter: Hier rangeln Blaumeise und Amsel um Bronze.
Die zwischenzeitlich aus dem hohen Norden eingeflogenen Rotdrosseln (wir berichteten) hätten sich dagegen just am Zählwochenende rar gemacht, bekam Schürings von einer Teilnehmerin aus Wolthusen gemeldet. Noch bis Montag, 18. Januar, kann man sein Ergebnis nachmelden: www.stundederwintervoegel.de.
