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Zunftschale für Museum Wiegboldsbur Zünftiger Teller für die ideale Frisur

Tini Müller übergab die Zunftschale ihres Mannes, dem Friseurmeister Gerd Müller, an Albert Janssen vom Heimatverein Wiegboldsbur.

Tini Müller übergab die Zunftschale ihres Mannes, dem Friseurmeister Gerd Müller, an Albert Janssen vom Heimatverein Wiegboldsbur.

Südbrookmerland - Das Metall ist blitzblank, nichts deutet auf das Alter hin. - Eine alte Zunftschale für das Friseurhandwerk aus dem Friseursalon von Gerd Müller (1937-2005) in Süd-Victorbur hat jetzt ihren Weg in das Heimatmuseum in der Mühle Wiegboldsbur gefunden. Für Albert Janssen (87) vom Mühlenverein war es ein Herzenswunsch, die alte Zunftschale für das Museum gewinnen zu können. „Das muss bewahrt werden“, betonte Janssen. Tini Müller (84), Ehefrau des 2005 verstorbenen Friseurmeisters, musste nicht lange gebeten werden. Sie sprach gleich mit ihrer Familie darüber. „Und niemand hatte etwas dagegen. Im Museum ist sie gut aufgehoben“, sagte sie bei der Übergabe.

Ein 40 Jahre währendes Berufsleben

Solche Zunftschalen sind heute noch der Stolz eines jeden Friseursalons, machte Obermeister Joachim Wachsmann aus Timmel deutlich. „Leider werden sie heute nicht mehr so oft aufgehängt“, sagte er. Und hinter der Schale verbirgt sich ein 40-jähriges Berufsleben. Nach seiner Lehrzeit im Auricher Friseursalon Lamken arbeitete Gerd Müller bis Ende der 1950er Jahre zunächst als Geselle, bevor er die Meisterprüfung anging. „Täglich fuhr er mit dem Moped nach Aurich“, erinnert sich Tini Müller, die den Haushalt versorgte. In der heutigen Fußgängerzone hatte der Zunftteller bereits Tradition, wenn der „längste Lehrling“ im Salon Lamken das blitzende Rund morgens mit langen Armen vor die Tür zu hängen hatte. Es war die Zeit, als die „hohen Herren“ von Aurich sich noch täglich im Salon den Bart scheren ließen, erinnerte Albert Janssen an jene Zeiten. „Manche Glatze wurde dort rasiert“, schmunzelte der gebürtige Haxtumer.

Gerd Müller hatte auf dem Land seine Kunden, auch in der Gemeinde Ihlow. „Wenn jemand anrief, fuhr gleich hin“, erinnerte sich Tini Müller. Der Zunftteller wurde in Süd-Victorbur jeden Abend vor dem Salon ab- und am nächsten Morgen wieder aufgehängt.

So fing es an: der Friseursalon Müller an der Ekelser Straße in Süd-Victorbur in den sechziger Jahren.

So fing es an: der Friseursalon Müller an der Ekelser Straße in Süd-Victorbur in den sechziger Jahren.

Bereits sein Vater Folkert Müller hatte das Friseur-Handwerk erlernt. Dieser führte bereits während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im vielseitigen Freizeit- und Geschäftszentrum namens Brookmerlander Hof an der großen Straßenkreuzung in Georgsheil einen Friseursalon führte. Und als Gerd Müller 1961 die Meisterprüfung in der Tasche hatte, war sein Weg vorgezeichnet. Beim Bau des Eigenheimes an der Ekelser Straße in Süd-Victorbur wurde ein großer Damen- und Herrensalon eingeplant. „Ein Haarschnitt kostete damals noch 50 Pfennig“, sagte Tini Müller. Es herrschte viel Betrieb, vielen Lehrlingen brachte Gerd Müller bei, wie sie nach der neuesten Mode die Frisuren in Form bringen mussten, manche Dauerwelle wurde gelegt.

Albert Janssen hat für den Zunftteller bereits das richtige Plätzchen in seinem Wiegboldsburer Museum geschaffen. „Da kann er jetzt von den Besucher bewundert werden“, betonte er. - Und Haare geschnitten werden im ehemaligen Salon Müller heute noch, wo die Einrichtung, alte Bilder und der Name über der Tür noch an die Schaffenszeit von Gerd Müller erinnern. Dort führt inzwischen der Südbrookmerlander Stephan Pabst mit seinen Mitarbeiterinnen die Tradition des alten Friseursalons weiter.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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