Emden - Zuletzt ist es auf dem Gelände der ehemaligen Erdnussrösterei Ültje ratzfatz gegangen. Von den Fabrikgebäuden ist nur noch der rote Turm übrig, der als Wahrzeichen erhalten bleibt. Zurzeit werden die Abrissreste abtransportiert. Im Mai/Juni soll alles eingeebnet sein. Doch bis zum Baustart für das geplante neue Stadtteilviertel wird noch mindestens ein Jahr ins Land gehen.

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Das Ültje-Quartier

Auf der Industrie-Brache der früheren Erdnussrösterei Ültje (zwischen Cirksenastraße, Hansastraße, Fürbringerstraße) soll in der Trägerschaft von Wohnungsbaugesellschaften ein neues Stadtteilquartier mit Wohn-, Freizeit- und Versorgungsfunktion sowie ergänzenden Büroräumen entstehen.

Der Siegerentwurf des Auricher Büros Ulpts Architekten GmbH bildet die Grundlage für das neue Quartier.

Der Rückbau des Fabrikgeländes kostet ca. 700 000 Euro. Ein Drittel zahlt die Stadt, den Rest Land und Bund (Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“).

„Plan ist, die Bauleitplanung bis zum ersten Quartal 2022 fertigzustellen. Erst danach kann mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden“, bestätigte Eduard Dinkela. Auch hierauf gab es Antwort von der Stadt:

Wie weit sind die Pläne für die Neubebauung jetzt?

Die Abstimmungen zwischen den Investoren (Wohnungsbaugesellschaften Gewoba, Selbsthilfe und EBB), der Stadt Emden und dem Büro Ulpts (Sieger des Architektenwettbewerbs) laufen zur Zeit noch. Selbstgestecktes Ziel ist ein zwischen allen Parteien abgestimmter städtebaulicher Entwurf bis Ende Juni 2021.

Wird denn der Siegerentwurf noch überarbeitet?

Ja. Der Entwurf für das Ültje-Gelände befindet sich noch nicht im Stadium der Hochbauplanung. Die Wettbewerber sollten Grundrisse und Ansichten nur exemplarisch entwerfen. Neben den Empfehlungen des Preisgerichts (zum Beispiel zur Lage und Form der Bahnquerung oder zur Bebauung entlang der Fürbringerstraße) werden weitere Anregungen aufgenommen (Bebauungshöhe, Art und Lage der Erschließung der Wohnungen oder zum Parken. Die Grundstruktur des Siegerentwurfs bleibt aber erhalten.

Wie wirken die Wohnungsbaugesellschaften auf dem Gelände zusammen?

Das Gelände soll in Bauabschnitte aufgeteilt werden, die dann den einzelnen Wohnungsbaugesellschaften zugeordnet werden. Die Bebauung erfolgt dann in eigener Regie, aber unter dem gemeinsamen gestalterischen „Dach“ des Wettbewerbsentwurfs und des noch zu entwickelnden Bebauungsplans. Für eine genauere Zuordnung ist es noch zu früh.

Bleibt es bei den genannten 200 Wohnungen?

Die 200 Wohneinheiten sind eine Schätzzahl, die als Basis für die Wettbewerbsentwürfe diente. Die Anzahl hängt vom Volumen der Gebäude sowie von der Größe der Wohnungen ab. Sie kann sich also noch ändern.

Könnte es doch mehr Sozialwohnungen geben?

Mindestens 20 Prozent der zu planenden Wohneinheiten sind in Form von geförderten Wohnungen (zehn Prozent sozialer Wohnraum, zehn Prozent barrierearm und seniorengerecht) vorzusehen. Maximal 80 Prozent können dem frei finanzierten Segment zugeordnet werden. Dies sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Teilnehmer ihre Entwürfe eingereicht haben.

Ist weiterhin eine Brücke über die Gleise geplant?

Die Bahnquerung für Fußgänger und Fahrradfahrer ist, wie im Siegerentwurf der Architekten Ulpts vorgeschlagen, weiterhin in Form einer Brücke geplant und ein wichtiger Bestandteil der städtebaulichen Entwurfs.

Wurden schon Gespräche mit der Bahn geführt?

Seitens der Bahn wurden in einem ersten Austausch Rahmenbedingungen (etwa Durchlasshöhe der Brücke und Mindestabstand zu den Gleisanlagen) benannt, die im weiteren Planungsablauf konkretisiert werden müssen. Ziel ist, im Bebauungsplan einen Korridor für die Brücke und die erforderlichen Rampen festzusetzen.

Was ist der Planungsstand beim Ültje-Turm?

Für den Ültje-Turm gibt es zwar Ideen (Aussichts-Café), aber noch keinen Betreiber und kein Bewirtschaftungskonzept. Wie die Nutzung der einzelnen Etagen aussehen könnte, kann erst gesagt werden, wenn der planerische Rahmen festgesteckt ist und konkrete Gespräche mit Interessenten geführt wurden.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung