Ihlow/Sande - Das nennt sich wohl Pech: Bei einem Einsatz in Riepe (Gemeinde Ihlow) am Sonntagmorgen ist der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 26“ so stark beschädigt worden, dass die Maschine zur Reparatur in die Werft muss. Grund für den Einsatz war ein medizinischer Notfall, der ein Kind betraf – dieses konnte mithilfe eines Rettungswagens und eines anderen Hubschraubers in eine Bremer Klinik gebracht werden. Die Maschine „Christoph 26“ trat währenddessen am Montag per Tieflader den Weg an nach Bonn zum Heliservice des ADAC: Bei der Landung auf einer Wiese an der Reiherstraße hatte der Pilot einen Holzpfahl übersehen, der sich in den Rumpf der Maschine bohrte.
Jeder Kontakt mit der Maschine zieht Check-up nach sich
Dabei wurde niemand verletzt, auch die Technik im Innenraum der Maschine nicht beschädigt – aus Gründen der Flugsicherheit darf der Helikopter aber nicht mehr weiterfliegen. „Sicherheit geht in diesem Fall absolut vor. Wenn es einen Kontakt mit der Maschine gab, selbst wenn sie nur von einem Ast gestreift worden wäre, bleibt sie am Boden, bis alles gescheckt wurde“, erklärte Jochen Oesterle, Sprecher der ADAC-Luftrettung, im Gespräch mit der NWZ. Viel ärgerlicher als der Unfall ist aus Sicht der Luftrettung allerdings eine Falschmeldung zu dem Vorfall am Sonntag.
Loch im Hubschrauberrumpf: Auf diesem Holzpfahl landere der Rettungshubschrauber „Christoph 26“ am Sonntag – auch wenn keine Technik beschädigt wurde, muss die Maschine jetzt zur ADAC-Werft nach Bonn. Bild: Annika Schmidt
Falschmeldung der Polizei sorgt für Wirbel
Die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund hatte dann nämlich mitgeteilt, „dass der Rettungshubschrauber normalerweise bei Dunkelheit keine sogenannten Außenlandungen, außerhalb eines Flugplatzes, durchführt. Da der ärztliche Notfall ein Kind betraf, hatte der Pilot eine Ausnahme gemacht und zu seinem Leidwesen die einzige in der Nähe befindliche, mögliche Landefläche ausgewählt.“ Diese Information war jedoch falsch, wie Oesterle betonte, denn der Pilot habe durchaus an der gewählten Stelle landen dürfen – auch bei Nacht. „Je nach Bedarf fliegen unsere Hubschrauber auch nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang.“
Eine von nur drei 24-Stunden-Stationen bundesweit
Die Crews seien dafür speziell geschult und mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. „Es gibt keine Regel, die besagt, dass wir dann nur auf Flugplätzen landen dürfen“, so der Sprecher. Die Station von „Christoph 26“ am Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch (aufgrund von Bauarbeiten vorübergehend auf den Jade-Weser-Airport umgezogen) ist eine von nur drei 24-Stunden-Stationen der ADAC-Luftrettung in Deutschland, die einen Einsatzbedarf rund um die Uhr annehmen. „Die Falschmeldung hat in unserer Branche für einen gewissen Wirbel gesorgt“, beklagte Oesterle – vor allem die Crew fühlte sich demnach zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Techniker machten den Rettungshubschrauber am Montag reisefertig – die Rotorblätter mussten für den Transport nach Bonn abmontiert werden. Bild: Annika Schmidt
Ersatzmaschine bereits seit Sonntag startklar
Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch unklar, wie lange der beschädigte Rettungshubschrauber in die Werft muss – laut Technikern, die die Maschine am Montag transportbereit machten, wird der Innenraum von „Christoph 26“ in Bonn zuerst entkernt und das Loch im Rumpf anschließend geklebt –, einen Ersatz gibt es aber bereits. Oesterle: „Ein Ersatzhubschrauber übernimmt für die Dauer der Reparatur als ,Christoph 26’. Diese Maschine war bereits am Sonntag in Sande und voll einsatzklar.“ Die ADAC-Luftrettung unterhält eine Flotte von über 50 Maschinen für die 26 Standorte in Deutschland, weshalb der Ausfall von „Christoph 26“ keine Probleme für die Bereitschaft in Friesland und Ostfriesland verursache, so der Sprecher.

