Emden/Leer - Die Anzahl der Verkehrsunfälle in Emden/Leer ist im Vergleich zum Vorjahr mit knapp 16 Prozent deutlich zurückgegangen. Diese erfreuliche Nachricht übermittelt die Polizei in ihrer jüngst veröffentlichen Unfallstatistik. Einer der wenigen positiven Nebeneffekte von Corona - Aufgrund der Pandemie sei insgesamt weniger auf den Straßen los, so die Polizei.
Unfälle Gesamt
In der Region Emden/Leer wurden im vergangenem Jahr insgesamt 3571 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. 2019 zählte die Polizei noch 4228 Unfälle, teilt Johannes Lind, Leiter der Polizeiinspektion mit. „Natürlich ist hierbei die Besonderheit der Pandemie und dadurch veränderter Verhaltensweisen zu berücksichtigen“, sagt er.
Auch die Zahl der Beteiligten an Verkehrsunfällen ist insgesamt um knapp 16 Prozent zurückgegangen. Mit ihnen auch die Personen, die Verletzungen davongetragen haben. Waren es 2019 noch 1136, wurden 2020 insgesamt 972 Menschen verletzt, 148 davon schwer. Die Anzahl der Todesopfer ist im Vergleich zum Vorjahr mit elf Menschen unverändert geblieben.
Fahrrad-Unfälle
Noch immer ist die häufigste Unfallursache bei Fahrradfahrern der Zusammenstoß mit einem Auto, teilt Frida Sander, Leiterin des Einsatzes der Polizei Emden/Leer, mit. Registriert wurden bei der Polizei insgesamt 267 Fahrradunfälle in der Region. Mit fast 20 Prozent ist bei den Fahrradfahrerin der deutlichste Rückgang an Unfällen zu beobachten.
Entwarnung gibt es jedoch nicht. Denn auch das könnte ein Corona-Nebeneffekt sein. Das Radfahren ist insgesamt in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Doch das ist nicht ganz ungefährlich. Sander betont deshalb dass in Zukunft, noch deutlicher auf Radfahrer geachtet werden muss.In der Statistik werden Radfahrer und Pedelec-Fahrer von der Polizei zusammenaufgeführt. Die Zahl der Verletzten, geht also auf beide Fortbewegungsmittel zurück. Insgesamt wurden 283 Menschen verletzt, 50 davon sogar schwer. Zwei Menschen verloren ihr Leben bei einem Fahrradunfall.
Beteiligte Personen
Im vergangenem Jahr waren in der Region Emden/Leer 5839 Menschen an Verkehrsunfällen beteiligt. Mit knapp 18 Prozent sieht man auch hier einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2019. Das erfreuliche daran: Auch bei Kindern und Jugendlichen, die in Verkehrsunfällen verwickelt waren, ist die Zahl um knapp 18 Prozent gesunken.
Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren machen rund 16 Prozent aller Menschen aus, die letztes Jahr an Unfällen beteiligt waren. Von den insgesamt 902 Personen, verletzte sich etwa jeder Fünfte. 25 trugen schwere Verletzungen davon, gestorben ist jedoch keiner.
697 Senioren mit einem Alter ab 65 Jahren machen ca. 12 Prozent der Gesamt-Unfälle aus. Auch hier ist insgesamt ein Rückgang zu beobachten. jedoch sind sieben Senioren dabei tödlich verunglückt. 2019 waren es lediglich zwei.
Unfallursachen
Die häufigste aller Unfallursachen im Straßenverkehr ist noch immer, dass zu wenig Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Auto gehalten wird. 348 Unfälle aus dem letzten Jahr kann die Polizei darauf zurückführen.
Auch zu schnelles Fahren führte in 189 Fällen zu Unfällen. Die Missachtung der Vorfahrtsregeln von Verkehrsteilnehmern führte 281 Mal zu einem Unfall. Hier ist der deutlichste Rückgang mit fast 24 Prozent im Vergleich zu 2019 zu bemerken, teilt die Polizei mit.
Eine unerfreuliche Beobachtung der Polizei: In der Region wurde noch immer in vielen Fällen Fahrerflucht begangen. In Emden/Leer entfernten sich 930 Menschen unerlaubt von der Unfallstelle. Die Polizei konnte bisher 344 dieser Fälle aufklären. Wichtig ist: Es genügt nicht, eine Notiz am z.B. am Scheibenwischer zu hinterlassen. Denn diese kann schnell verloren gehen oder durch Regen unleserlich werden. Deshalb sollte ,man sich in solchen Fällen direkt an die Polizei wenden.
