Ostfriesland - Rund eine Woche lang haben angehende junge Landwirte in Ostfriesland gezeigt, was sie bereits wissen und sich miteinander vernetzt: Die Kreisentscheide des 35. Berufswettbewerb der deutschen Landjugend brachte die Köpfe von Schülern und Azubis in berufsbildenden Schulen in Leer, Aurich, Wittmund und Norden zum Rauchen. Doch auch, wenn es am Ende nur eine Handvoll Gewinner geben konnte, war das gemeinsame Arbeiten das erklärte Ziel der Aktion – und der Preis für alle Teilnehmer. „Das prägt sie sehr, und zwar im besten Sinne“, erklärte Maren Ziegler, Geschäftsführerin des Kreisverbands Norden-Emden beim ostfriesischen Landvolk, die die Aktion begleitete. „Es ist nicht wirklich in Worte fassbar, aber die Erfahrungen, die sie machen und das Beste aus sich herauszuholen zu wollen, das behalten sie und das macht den Berufswettbewerb so wertvoll.“
Das Bestimmen von Samen, Pflanzen und Materialien – hier an der Conerus-Schule in Norden – gehörte auch zur Berufsolympiade. Bild: Ostfriesisches Landvolk
Die Preisträger aus Leer: Tebbe van Lessen (von links), Nancy Schumacher und Henning Dänekas und Ana Diekmann. Bild: Ostfriesisches Landvolk
Leer: Der olympische Gedanke
Den Start machte in Ostfriesland die BBS 1 in Leer am 8. Februar. Rund 50 Azubis fanden sich morgens im Mehrzweckraum der Schule ein, aber auch Landwirte aus der Umgebung waren vor Ort und bewerten die Leistungen der Schüler im Vier-Augen-Prinzip. Schulleiter Oberstudiendirektor Gerold Lienemann und Oberstudienrat Stefan Reichert verwiesen auf den olympischen Gedanken des Wettbewerbs: „Dabei sein ist alles“, denn zu verlieren gebe es schließlich nichts. Gerade für angehende Landwirte, die kurz vor Zwischen- oder Abschlussprüfung stehen, war der unbenotete Wettbewerb so eine gute Wasserstandsmessung des eigenen Wissens.
Sie waren in Wittmund die Besten: Günter Lüken (von links), Hendrik Ommen, Phillip Jabs, Geske Osterkamp, Hendrik Bohlen, Jörn Becker. Bild: Ostfriesisches Landvolk
Wittmund: Grundstein für Freundschaften
Noch vor der offiziellen Begrüßung mussten die 30 Teilnehmer in Wittmund am 13. Februar in einer Klausur ihr Können unter Beweis stellen. Oberstudiendirektorin Christine Steinröder begrüßte vor dem Start in die restlichen Prüfungen dann die Schüler und Richter und wünschte allen viel Erfolg. Der Wittmunder Landvolkvorsitzende Günter Lüken nutzte die Gelegenheit, den ehrenamtlichen Richtern zu danken. Viele von ihnen haben selbst als Azubi am Berufswettbewerb teilgenommen und erinnern sich gern an diese Zeit zurück. Da dort Teamaufgaben gestellt werden, wird nicht selten der Grundstein für neue Freundschaften gelegt.
Drei Gewinner aus Norden: Philipp Koch (von links), Tobias Arends und Steffen Holz. Bild: Ostfriesisches Landvolk
Norden: Prüfungsangst abbauen
Dass am Ende des Wettbewerbs alle gewonnen haben, war am 15. Februar auch für Oberstudiendirektor Volker Cammans der Norder Conerus-Schule ausgemachte Sache. Der Wettbewerb helfe, Prüfungsängste abzubauen, ohne dass ein Ausrutscher echte Konsequenzen im Zeugnis hat. „Diese positive Erfahrung zu machen ist auch einer der Gründe, weshalb wir die Werkerinnen und Werker der Landwirtschaft in den Berufswettbewerb integriert haben.“ berichtet Lehrerin Sabine Conring. Diese dreijährige, praxisorientierte duale Ausbildung für Menschen mit Lerndefiziten orientiert sich inhaltlich an der landwirtschaftlichen Regelausbildung. Carl Noosten, Vorsitzender des Landvolks Norden-Emden, begrüßte das Engagement aller Anwesenden:. „Das zeigt, wie sehr die Werkerausbildung hier geschätzt wird.“
Die Preisträgergruppe aus Aurich: Hartwig Frühling (von links), Landvolkvorsitzender Aurich, Janna Brinkmann, Sarah Loers, Simon de Vries, Teelke de Vries, Lena Schmidt, Julian Meyer, Katharina Eiting, Jan-Enno Hesse. Bild: Ostfriesisches Landvolk
Aurich: Über den Tellerrand schauen
In der BBS 1 Aurich stand am 16. Februar stand „nur“ noch der Theorieteil und die Praxisaufgabe auf dem Plan – aufgrund der Menge von über 150 Schülern. Dabei mussten unter anderem verschiedene Futtermittel, Sämereien und Werkstoffe müssen benannt werden. Der begleitende Richter Hans Freese engagiert sich seit seiner Landjugendzeit für den Berufswettbewerb und hofft, dass es eine oder einer bis zum Bundesentscheid schafft: „Das sind Erfahrungen, die kann einem keiner mehr nehmen. Man schaut über den Tellerrand und lernt Azubis aus ganz Deutschland kennen.“
