Wiesmoor - Raue Töne in der Blumenstadt: Das Wiesmoorer Bündnis (WB) und die Gruppe FDP/Ödp kritisieren die frühe Kandidaturbekanntgabe um das Bürgermeisteramt von Sven Lübbers. „Das Vorpreschen von Lübbers zeigt uns auf, welche Not bei der SPD und CDU herrschen muss, um wieder den Bürgermeister zu stellen“, schreibt Wolfgang Sievers (FDP) in einer Mitteilung. Ferner sieht das Wiesmoorer Bündnis in der „übereilten Kandidatenbenennung“ einen Versuch „des Machterhaltes“ seitens SPD und CDU. Beide Parteien unterstützen Lübbers (wir berichteten). CDU und SPD sowie der Bürgermeisterkandidat weisen die Kritik zurück.

Was Gespräche mit Kandidaten betreffe, befindet sich die FDP/Ödp laut Sievers „in einer heißen Phase“. „Nähere Angaben kann ich jetzt noch nicht machen, weil ich die öffentliche Bekanntgabe zur Wahl eines Bürgermeisters in Wiesmoor nicht zuvorkommen will“, so Sievers weiter. Er kritisiert, dass bei Lübbers anders vorgegangen wurde.

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Deutliche Worte auch seitens des WB: „Für das Wiesmoorer Bündnis ist die übereilte Kandidatenbenennung für das Bürgermeisteramt durch die beiden großen Fraktionen von SPD und CDU ein Versuch des Machterhaltes“, teilt das WB mit. Ferner heißt es: „Auch sehen wir darin das Bemühen, andere Kandidaten abzuschrecken.“

Der Bürgermeisterkandidat selbst kann sich nicht vorstellen, „was er falsch gemacht haben soll.“ Wie Lübbers sagt, gäbe es keine Frist für eine Bekanntgabe. „Jedem steht frei, sich zu benennen und dies öffentlich mitzuteilen“, macht er deutlich.

Auch SPD und CDU weisen die Äußerungen von WB und FDP/Ödp zurück. Friedhelm Jelken (Fraktionsvorsitzender CDU) warf im Gespräch die Frage auf, was „übereilt“ überhaupt bedeuten soll? „An vielen Orten wird dieses Jahr ein neuer Bürgermeister gewählt und überall stellen sich bereits Kandidaten vor. Was ist denn da überhaupt der richtige Zeitpunkt?“, so Jelken, der auch keinen Vorteil in der frühen Bekanntgabe sieht. „Die Wahlen sind in ein paar Monaten. Bis dahin können sich noch Kandidaten melden“, sagt Jelken.

Benjamin Feiler (Fraktionsvorsitzender SPD) betont derweil, dass Lübbers parteiunabhängig ist und sich eine breite Unterstützung wünscht. „Daher sehe ich den Machterhalt von CDU und SPD nicht“, sagt Feiler. Auch er sieht Lübbers’ Bekanntgabe nicht als „vorgeprescht“. Beide Fraktionsvorsitzenden machten im Gespräch zudem nochmal deutlich, dass Lübbers aus ihrer Sicht ein guter Kandidat ist. „Friedrich Völler hat gute Arbeit geleistet und wir denken, dass Lübbers nahtlos anknüpfen kann“, sagt beispielsweise Jelken.