Wiesmoor - 6,3 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen verzeichnet die Stadt Wiesmoor mit Stand vom 29. September. Angesetzt waren laut Haushaltsplan 4,3 Millionen Euro. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Kämmerer und Erster Stadtrat Jens Brooksiek während des Ausschusses für Haushalt und Finanzen am Donnerstag im Forum der Kooperativen Gesamtschule Wiesmoor. Das sind Mehreinnahmen von zwei Millionen Euro.
„Ist das ein einmaliger Effekt?“
„Ist das ein einmaliger Effekt?“, fragte Ausschussmitglied Benjamin Feiler (SPD). „Das kann man nicht genau sagen“, meinte Brooksiek. Es habe aber eine hohe Nachzahlung eines Unternehmens gegeben. Und vermutlich wegen Corona, so Brooksiek, hätten viele Bürger vor Ort in Fenster, Möbel und Autos investiert. So bliebe das Geld in Wiesmoor. Auch die Wirtschaftsförderung könne eine Rolle gespielt haben. Im Vergleich zu den Vorjahren, wo die Gewerbesteuereinnahmen bei 4,3 Millionen Euro in 2020 und 4,5 Millionen Euro in 2019 lagen, eine enorme Steigerung.
Allerdings nach Abzug der Gewerbesteuerumlage an das Land Niedersachsen bleiben real noch 5,7 Millionen Euro übrig. Immerhin noch rund 1,4 Millionen Euro, die die Stadt Wiesmoor zur Verfügung hat. Doch wofür? Dies besprachen die Mitglieder im Ausschuss. Die Gruppe FDP/ödp hatte einen Antrag auf zusätzliche Mittel für den Haushalt gestellt. Wolfgang Sievers (FDP) trug den Antrag vor. Die Verwaltung hatte anhand des Antrages eine Beschlussvorlage ausgearbeitet. Insgesamt 600.000 Euro werden demnach für folgende Punkte benötigt: für einen Wasserschaden am Gründerzentrum rund 300.000 Euro, für Schmutzwasserkanalisation 100.000 Euro, für Reparaturen an der Grundschule Wiesmoor-Mitte 50.000 Euro, für Radwege 25.000 Euro und Straßen 49.000 Euro, für eine Konferenzanlage für Sitzungen 42.000 Euro und für die Ausarbeitung eines Radwegekonzepts 25.000 Euro. Das restliche Geld soll zur Tilgung von Krediten beziehungsweise Reduzierung des Haushaltsdefizits genutzt werden. Diesen Vorschlag befürworteten die Mehrheit der Ausschussmitglieder.
23 Millionen Euro Schulden
Die Schulden der Stadt liegen (Stand 31.12 2020) laut Übersicht der Verwaltung bei rund 23 Millionen Euro. Das ist etwa eine Million mehr im Vergleich zu 2019.
