Stapelmoorerheide/Moormerland - Im Falle des von der Abschiebung bedrohten Fußballers Yaya Berete vom Heidjer SV hat der Verein am vergangenen Donnerstag im Kreishaus Leer eine Petition mit 2177 Unterschriften an Landrat Matthias Groote überreicht.
Zurzeit prüft die Härtefallkommission des niedersächsischen Innenministeriums, ob die Ablehnung seines Asylantrags rechtskräftig ist. „Die Unterschriften will ich gerne an die Kommission weitergeben“, sagte Landrat Groote im Gespräch mit dem Vereinsvorsitzenden Renhard Roelfsma. Er drückte aus, dass er grundsätzlich Sympathie für Menschen empfinde, denen das Schicksal anderer nicht gleichgültig ist und die sich deshalb für ihre Mitmenschen einsetzen. Er macht aber auch deutlich, dass er keinen Einfluss auf die Entscheidung der Härtefallkommission nehmen kann.
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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte wie berichtet den Asylantrag abgelehnt. Diese Entscheidung ist vor Gericht bestätigt worden. Nun entscheidet die Härtefallkommission in Hannover über das weitere Leben von Yaya Berete.
Ein weiterer ivorischer Spieler ist von der Abschiebung bedroht
Der SV Warsingsfehn kämpft für seinen Spieler Cisse Siriki. Bild: Verein
Ein ähnlicher Fall ereignet sich nun im Moormerland. Cisse Siriki vom SV Warsingsfehn ist vor drei Jahren nach Deutschland gekommen. Der gebürtige Ivorer fand über die Gemeinde Kontakt zum SVW. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Verständigung lernte Cisse in mehreren Kursen Deutsch. „Schon damals zeigte sich, dass er sehr zuverlässig und lernwillig ist“, sagte sein Trainer Christian Rosendahl. „Schon nach kurzer Zeit bat er uns, ihn beim Aufsetzen seines Bewerbungsschreibens zu helfen.“
Auch durch diese Unterstützung bekam er bei der Firma Spitzke Gleisbau in Leer eine Arbeitsstelle. Seitdem reist er für Montagearbeiten durch das ganze Bundesgebiet. Er hat inzwischen dank seiner Einkünfte eine eigene Wohnung, den Führerschein gemacht und sich ein eigenes Auto angeschafft. „Wenn er an den Wochenenden zu Hause ist, unterstützt er uns bei den Spielen“, erklärt Rosendahl. „Er gehört genauso zum Team wie alle anderen.“
Verein startet Online-Petition
Siriki ist also bestens integriert, soll aber trotzdem abgeschoben werden. Der Verein hat inzwischen eine Online-Petition gestartet, die an die Bürgermeisterin der Stadt Leer, Beatrix Kuhl, gerichtet ist. Mehrere Vereine aus Ostfriesland, darunter der TuS Detern, der FTC Hollen und der SV Borussia Leer haben in den sozialen Medien bereits die Initiative des SV Warsingsfehn unterstützt. Wir werden alles dafür tun, dass Cisse bei uns bleiben darf“, kündigte Christian Rosendahl an.
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