Ovelgönne - Einen Tag nach dem Wahlkrimi von Ovelgönne kann es Kay Blankenstein von der Gemeindeverwaltung immer noch nicht fassen. „Dass es derart eng wird, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt der Sachbearbeiter 22 Stunden nach der Auszählung der 2374 Stimmen. „Es hat nicht viel gefehlt und wir hätten ein Patt gehabt“, sagt er im Gespräch mit der NWZ .
Die nebenstehende Grafik erläutert, in welchen Stimmlokalen die beiden Kandidaten Dieter Kohlmann und Christoph Hartz gepunktet haben. Fünf Wahllokale gehen an Kohlmann, drei an Hartz. Zudem hat Wahlsieger Hartz die Briefwahl mit 146 Stimmen zu 110 für sich entschieden.
„Ich wusste, dass die Chance da ist. Aber ich habe nicht mit diesem Sieg in einer Gemeinde, in der die CDU traditionell so stark ist, gerechnet“, sagt Alfred Schäfftlein, 1. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Ovelgönne. Hartz war in seinem Wahlkampf von der SPD und den Grünen unterstützt worden – die NWZ berichtete ausführlich. „Ich bin begeistert. Es war ein toller Wahlkampf und Christoph wird ein guter Bürgermeister für Ovelgönne“, lobt Karin Logemann, SPD-Unterbezirksvorsitzende und Kreistagsfraktionsvorsitzende in der Wesermarsch.
Kohlmann, der als CDU-Kandidat auf Hilfe der FDP und der Unabhängigen Wählergemeinschaft Ovelgönne (UGO) sowie auf den unabhängigen Ratsherrn Wolfgang Hübenthal setzen konnte, wird nach der knappen Wahlniederlage seine politische Arbeit als Ratsherr der Gemeinde Ovelgönne sowie als stellvertretender Landrat der Wesermarsch fortsetzen. „Christoph hat einen engagierten Wahlkampf hingelegt und ist von Haus zu Haus gegangen. Dies hat offensichtlich stärker gewirkt als mein jahrzehntelanger politischer Einsatz zuvor“, sagt Kohlmann im NWZ -Gespräch.
Überrascht vom Wahlausgang zeigt sich auch Hergen Koopmann. 1. Vorsitzender der UGO. „Damit habe ich nicht gerechnet. Der Wähler hat gesprochen. Der Wahlkampf war fair. Wir werden mit dem neuen Bürgermeister gut zusammenarbeiten.“
