OVELGöNNE - OVELGÖNNE - Die Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter (Nordenham) und Hans-Joachim Janßen (Varel) haben sich in einem Schreiben an die Landesregierung nach den weiteren Planungen zum Bau eines Radweges an der Landesstraße 863 in Neustadt erkundigt.
Die Grünen-Abgeordneten nehmen damit die Forderung des Bürgervereins Neustadt-Rönnelmoor auf, der sich bereits seit Jahren für den Radweg an der Neustädter Straße einsetzt (die NWZ berichtete). „Die Bürger brauchen diesen Radweg, vor allem weil der Kindergarten und der Sportplatz an dieser viel befahrenen Straße liegen“, erklären die Abgeordneten ihr Schreiben.
Die Landesstraßenbaubehörde Oldenburg hatte dem Bürgerverein zugesagt, dass der Antrag auf Einleitung des Genehmigungsverfahrens noch in diesem Frühjahr beim Landkreis Wesermarsch gestellt werde. Auf einen konkreten Baubeginn wollte sich die Oldenburger Behörde aber nicht festlegen und verwies auf noch nicht genau einplanbare Landesmittel für den Radwegebau in den kommenden Jahren.
Korter und Janßen wollen sich mit dieser Aussage nicht zufrieden geben und hoffen nun auf eine klare Antwort der Landesregierung.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel, der sich ebenfalls für einen zügigen Bau des Radweges einsetzt, hat unterdessen Post von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bekommen. Darin erneuert die Behörde ihre Aussage, die sie bereits gegenüber dem Bürgerverein gemacht hat – nämlich, dass zurzeit „keine konkrete zeitliche Perspektive“ aufgezeigt werden könne.
Der Radweg zwischen Frieschenmoor und Mentzhausen stehe zwar an vierter Stelle der zehn vorrangigen Radwegeprojekte, die vom Geschäftsbereich Oldenburg der Landesbehörde in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen und wird sogar noch eine Stelle aufrücken, wenn in 2007 mit dem Bau des Radweges zwischen Ellwürden und Abbehausen begonnen wird. Doch entscheidend für den Bau des Radweges im Bereich Neustadt seien die zur Verfügung stehenden Finanzmittel.
Für 2007 stünden insgesamt sechs Millionen Euro für Radwegebau in Niedersachen zur Verfügung. Obwohl damit erstmals seit Jahren diese Summe wieder erhöht wurde, reiche das Geld für die zahlreichen dringend erforderlichen Baumaßnahmen nicht aus, heißt es in dem Schreiben an den Bundestagsabgeordneten.
Dafür hat der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler (Berne) kürzlich auf einer CDU-Veranstaltung dem Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne, Thomas Brückmann, geraten, dass die Gemeinde beispielsweise die Planungskosten für den Radweg übernimmt oder sich am Grundstücksankauf mit beteiligt.
Hintergrund ist, dass Gemeinschaftsprojekte (also Projekte, die nicht vom Land allein finanziert werden) schneller verwirklicht werden als wenn sie vom Land allein finanziert werden müssen. Dann könnte mit dem Bau voraussichtlich im Jahr 2010 gerechnet werden, so Thümler.
Zudem wurde auf dem Treffen bestätigt, dass entgegen der ursprünglichen Planung der Radweg nicht nur von der Straße Lerchenheide bis zum Kindergarten (rund 800 Meter), sondern von der Frieschenmoorer Straße bis zur Mentzhauser Straße (etwa 2,7 Kilometer) durch gebaut werden soll.
