Ovelgönne/Jade - Gespannt stehen die vier Grundschülerinnen Huda und Halima sowie Sophia und Luna gemeinsam mit Wilma Abrahams vor der Tür des Handwerksmuseums in Ovelgönne. Sie freuen sich auf eine Geschichtsstunde der besonderen Art, denn die Mädchen dürfen sich einen Tag lang wie eine echte Prinzessin fühlen.

„Die Ovelgönner Prinzessin hat es tatsächlich gegeben“, sagt Wilma Abrahams, die die kostümierte Museumsführung akribisch vorbereitet hat. Die Prinzessin ist auf einem Gemälde des Barockmalers Wolfgang Heimbach abgebildet, das den Titel „Die Bremer Hochzeit von 1636“ trägt. Das Gemälde hat Heimbach als junger Maler 1636 in Ovelgönne begonnen und 1637 in Bremen vollendet. Es zeigt das vielfältig lustige Treiben einer festlich gekleideten Gesellschaft mit ihren lebhaften Gesten und Blicken in einem reichgetäfelten Raum jener Zeit.

„Wir wissen, dass die Ovelgönner Prinzessin einen Bremer Ratsherren geheiratet hat, einen Bürgerlichen, und somit hat die Prinzessin ihren Titel verloren“, erklärt Museumsleiterin Susanne Schlechter im Gespräch mit der NWZ. „Der Name der Prinzessin ist uns aber leider nicht bekannt“, sagt sie.

Und auch der Ovelgönner Dorfchronist Dieter Bolte kennt den Namen der auf dem Gemälde abgebildeten Prinzessin nicht. „Aber das werde ich noch rauskriegen“, verspricht Bolte.

Darauf sind nun auch Wilma Abrahams und die vier kleinen Prinzessinen gespannt, die die Zeitreise im Handwerksmuseum in vollen Zügen genossen haben. „Es war wirklich toll“, sagt die neunjährige Halima, die auch an der Zeitkurbel im Museum drehen durfte.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne