OVELGöNNE - OVELGÖNNE/WEW - Die Gemeinde Ovelgönne verzichtet beim gegenwärtigen Planungsstand der Küstenautobahn A 22 darauf, sich für eine der Trassenvarianten auszusprechen. Allerdings hat die Verwaltung eine Stellungnahme zu den Varianten erarbeitet, die durch das Gemeindegebiet verlaufen. Diese Stellungnahme hat der Gemeinderat am Donnerstagabend einhellig begrüßt. Sie wird nun der Planungsbehörde zugeleitet.

Die Stellungnahme, erklärte Bürgermeister Thomas Brückmann, basiere auf der Ortskenntnis, auf vorliegenden Karten, Planungen der Gemeinde oder des Kreises (Regionales Raumordnungsprogamm) sowie auf Anregungen und Bedenken, die von Bürgern an die Verwaltung herangetragen wurden. Außerdem habe sich die Verwaltung ausschließlich darauf beschränkt, nur auf die Autobahnplanung einzugehen, die das Gemeindegebiet betrifft.

Im Wesentlichen, erläuterte Bauamtschef Holger Meyer, sei eine Trasse durch die Gemeinde Ovelgönne sehr problematisch. Entweder würden Landschaftsschutzgebiete oder besonders geschützte Biotope durchschnitten – oder die „typisch norddeutsche“ Siedlungsstruktur des Reihendorfes. Zusätzlich sei durchgehend von „schlechten Bodenverhältnissen“ auszugehen.

Rolf Timme meinte für die CDU/FDP-Gruppe, dass es bei diesen Voraussetzungen „sehr, sehr schwierig“ sei, überhaupt eine Trasse im Ovelgönner Gemeindegebiet zu finden. Er sehe eine Trassenführung weiter nördlich als wahrscheinlicher an.

In der UGO-Ratsfraktion sind ebenso wie in der SPD-Fraktion die Meinungen zur A 22 unterschiedlich. Während Peter Burkert (UGO) für den Autobahnbau plädierte, damit beispielsweise die Anwohner der Bundesstraßen (B 211, B 437, evtl. auch B 212) vom zunehmenden Verkehr entlastet würden, lehnte sein Fraktionskollege Prof. Dr. Carl H. Hamann den Bau kategorisch ab. Auch Dr. Doris Cordes (SPD) sprach sich dagegen aus: „Wir haben uns als Vertreter für die Interessen der Bürger einzusetzen“, erklärte sie nicht zuletzt mit Blick auf mehrere Betroffene, die der Sitzung beiwohnten und in der Einwohnerfragestunde ihre Argumente gegen die A 22 vorgebracht hatten.

Über die weiteren Beschlüsse des Gemeinderats berichtet die NWZ noch.