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Verkehr ADAC: Deutlich mehr und länger Staus

Stockender Verkehr auf der Autobahn A1 bei Moorfleet im August.

Stockender Verkehr auf der Autobahn A1 bei Moorfleet im August.

Daniel Bockwoldt/dpa

München (dpa) - Reisende brauchten dieses Jahr bei der Fahrt in den Sommerurlaub auf deutschen Autobahnen wieder sehr viel Geduld. Nach Angaben des ADAC summierten sich die Staus während der Ferienzeit zwischen dem 22. Juni und dem 10. September auf 217.003 Kilometer - eine Strecke, die etwa fünf Mal um die Erde reiche und um 22 Prozent über dem Jahr 2022 liege, sagte ADAC-Verbandspräsident Gerhard Hillebrand. Beträchtlich auch die gesamte Wartezeit: Hochgerechnet zwölf Jahre.

Insgesamt liegt der Verkehr damit in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau. Zudem gab es nicht nur mehr Staus, sie waren im Schnitt auch länger und lösten sich langsamer auf als 2022. Die stauträchtigsten Strecken waren der Autobahnring 99 rund um München sowie die Autobahnen 8 und 3. Am schlimmsten war das letzte Juliwochenende, als auch Bayern und Baden-Württemberg schulfrei hatten. Als beliebteste Urlaubsländer machte der ADAC anhand der Routenanfragen Deutschland, Italien und Kroatien aus.

Auto bleibt Hauptverkehrsmittel

Der Pkw bleibe das Hauptverkehrsmittel, leistungsfähige Fernstraßen seien daher unverändert wichtig, da auch der Lastwagenverkehr zunehmen werde, sagte Hillebrand. Diskussionen, auf den Ausbau von Autobahnen zu verzichten, wirkten angesichts dieser Entwicklung skurril und wenig realitätsbezogen. Der Etat des Bundesverkehrsministeriums bleibe hinter den Notwendigkeiten zurück.

ADAC: Mobilität muss für alle bezahlbar bleiben

Gleichzeitig warnte der ADAC vor Preissteigerungen etwa durch CO2-Abgaben für Flüge oder hohe Kosten für Elektrofahrzeuge. Mobilität sei ein Grundrecht und müsse für alle bezahlbar bleiben, Urlaubsreisen dürften nicht zum Luxusgut werden. ADAC-Tourismuspräsident Karlheinz Jungbeck verwies auf Bestrebungen besonders beliebter Urlaubsorte wie Venedig, die Zahl der Touristen zu verringern. Wer «Overtourism» begegnen wolle, setze oft auf Leute, die mehr Geld ausgeben könnten.

Um mehr Menschen zum Umstieg auf die Elektromobilität zu bewegen, fordert der ADAC einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, nicht nur an Autobahnen, sondern auch in Wohngebieten. Nachholbedarf sieht Jungbeck insbesondere auf den Rastanlagen. Nur gut die Hälfte sei mit Super-Schnellladesäulen ausgestattet.

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