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NWZonline.de Nachrichten Panorama

17 Kinder sterben bei Brand in Thailand

24.05.2016

Bangkok Die Flammen schlugen schon aus dem Dachbalken, als die Feuerwehr anrückte: In einem Internat in Thailand ist ein zweistöckiges Haus mit Schlafsälen für kleine Kinder in der Nacht zum Montag in Brand geraten. Die Schülerinnen zwischen fünf und zwölf Jahren wurden im Schlaf überrascht - für 17 der 38 Mädchen kam jede Hilfe zu spät, wie die Polizei am Montag berichtete. Ein Kind wurde noch vermisst, mehrere teils schwer verletzt. Die überlebende Schülerin Suchada (11) berichtete Reportern, wie sie und ihre Kameradinnen sich mit Pfadfinder-Geschick ins Freie retteten.

Der öffentliche Sender PBS erhob einen schrecklichen Verdacht: Die Haustür sei von außen abgeschlossen gewesen, die Mädchen hätten festgesessen. Polizeichef Prayad Singsin bestätigte dies zunächst nicht. Er wollte auch über die Brandursache nicht spekulieren.

Nach Angaben der Feuerwehr brach der Brand im Haus mit den Mädchenschlafsälen aus. Die Schlafsäle waren im zweiten Stock. Suchada berichtete Reportern, sie sei wach geworden und zur Toilette gegangen und habe dabei die Flammen entdeckt. Sie habe geschrien, aber einige Kinder hätten zunächst an einen Scherz geglaubt.

Eine im gleichen Haus schlafende Lehrerin habe den Ernst der Lage dann erkannt. „Wir haben uns an unsere Pfadfinder-Ausbildung erinnert und aus den Bettlaken Seile gedreht“, berichtete das Mädchen. „Wir haben sie zusammengeknotet und uns aus dem Fenster des zweiten Stocks runtergelassen.“ Die Lehrerin sei die letzte gewesen. „Bei ihr ist das Seil gerissen und sie hat sich beim Sturz das Bein verletzt.“

Die Feuerwehr brauchte drei Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Pitakkiatwittaya-Schule liegt in der Provinz Chiang Rai rund 70 Kilometer nördlich der drittgrößten Stadt Chiang Mai in einer dünn besiedelten Region. Es war zunächst unklar, wer Alarm auslöste und wie schnell die Feuerwehr vor Ort war.

Die Schule gehört einer christlichen Stiftung, die Bildungsangebote für Kinder aus ethnischen Minderheiten macht. Viele Familien wohnen in abgelegenen Regionen in den Bergen, deshalb bietet die Schule Wohnheime an. Der Unterricht sei bis Ende der Woche ausgesetzt, teilte die Schule auf ihrer Facebook-Seite mit.

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