Washington/Newtown - Eine Woche nach dem Amoklauf in der Grundschule von Newtown gedachten die Menschen im Ort der Opfer des Blutbads. Während die Fahnen im Regen auf halbmast wehten, schlugen Kirchenglocken langsam 26-mal – für jedes Opfer in der Schule einmal. Viele Bundesstaaten hatten sich dem Vorschlag Connecticuts angeschlossen und auch um eine Schweigeminute um 9.30 Uhr (Ortszeit) gebeten – die Zeit, in der die ersten Kinder getötet wurden.

Auch Präsident Barack Obama hielt im Weißen Haus eine Schweigeminute.

Die US-Waffenlobby, die nach dem Attentat mehrere Tage lang geschwiegen hatte, schlug am Freitag den bewaffneten Schutz aller Schulen vor. Bewaffnete Polizisten und bewaffnete Wächter sollten in jeder Schule in den USA Dienst tun, forderte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association (NRA), Wayne LaPierre, in Washington. „Der einzige Weg, einen schlechten Typen mit einer Kanone zu stoppen, ist ein guter Typ mit einer Kanone.“

Der Lobbyvertreter wandte sich bei seinem Presseauftritt gegen strengere Gesetze zum Erwerb von Schusswaffen in den USA. Solche Gesetze würden nichts bringen. Doch Waffen an Schulen dürften nicht länger ein Tabu sein. Das Weiße Haus, Sportstadien und öffentliche Gebäude würden mit Waffen geschützt.

Zugleich kam es bei dem Presseauftritt, wo Journalisten keine Fragen stellen durften, zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten „Die NRA tötet unsere Kinder“ vor den Sprecher. Andere Demonstranten riefen: „Die NRA hat Blut an den Händen.“

Der Staat Ohio lockerte seine Vorschriften zum Tragen von Schusswaffen. So werden Waffenbesitzer künftig nur noch beim Erwerb einer Lizenz geprüft, nicht mehr bei deren Verlängerung.