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Jubiläum 75 Jahre Augsburger Puppenkiste

Christopher Beschnitt
<p>Die Hauptfiguren aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf Lummerland im Museum der Augsburger Puppenkiste</p>

Die Hauptfiguren aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf Lummerland im Museum der Augsburger Puppenkiste

Christopher Beschnitt

Augsburg - Am 26. Februar 1948 eröffnete die Augsburger Puppenkiste. Generationen von Kindern prägte sie mit den Geschichten um Lukas, den Lokomotivführer, und das Urmel aus dem Eis. Zum Jubiläum sollen diese Stars vereint werden.

Hinter den wenig markanten Mauern des einstigen Heilig-Geist-Spitals in Augsburg werden die Fäden gezogen, und das seit 75 Jahren. So lange schon ist in dem Bau die Augsburger Puppenkiste daheim – jenes berühmte Theater, in dem Holzfiguren durch das behände Bewegen von Bändern zum Leben erweckt werden.

Zu verdanken ist diese Tradition Walter Oehmichen, der 1940 im Krieg als Soldat in einer Schule bei Calais einquartiert wurde und dort ein Puppentheater entdeckte. Er nahm es an sich, unterhielt damit seine Kameraden und machte das Hobby später in Augsburg zum Beruf. Oehmichen starb 1977.

Jubiläumsausstellung

Heute heißt der Mann, bei dem die Fäden zusammenlaufen, Klaus Marschall. Der 61-jährige Enkel von Oehmichen leitet den 44-Mitarbeiter-Betrieb Puppenkiste seit 1992 in dritter Generation. Zum Geburtstag der Kiste sagt Marschall: „Wir planen in unserem Museum eine große Jubiläumsausstellung mit all unseren Stars.“ Laufen soll sie vom 16. März bis zum Herbst.

Zu sehen sein wird dann auch jene Figur, mit der einst alles losging: der Gestiefelte Kater. Mit dem Stück über den Aufstieg einer Mieze vom Müllerstier zum Minister des Königs nahm die Puppenkiste am 26. Februar 1948 ihren Betrieb auf.

Breite Bekanntheit erlangte sie aber erst durch ihren Sprung ins Fernsehen. Schon einen Monat nach dem Sendestart der ARD tauchte sie darin auf: am 21. Januar 1953 mit dem Märchen „Peter und der Wolf“. Generationen wuchsen mit dem Lummerland-Ohrwurm „Eine Insel mit zwei Bergen“ auf und auch mit dem „Meer“ um dieses Eiland, das in Wahrheit Plastikfolie war.

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, sowie das Urmel aus dem Eis – das sind (neben dem Kasperl) wohl die prominentesten Kerle aus dem Kisten-Kosmos. Längst jedoch haben sich die Augsburger Wunderwesen weitestgehend aus dem TV verabschiedet. Schon seit 1995 gibt es dafür keine jährlichen Produktionen mehr. 2011 warf auch der Kinderkanal die alten Folgen aus dem Programm – „nicht mehr zeitgemäß“.

Indes ist das Interesse am Live-Betrieb des Marionettentheaters ungebrochen. „Bis zum Ausbruch von Corona kamen jährlich etwa 90 000 Zuschauer zu unseren rund 420 Aufführungen, die dadurch zu 95 Prozent ausgelastet waren“, sagt Marschall. Das Programm richte sich nicht nur an Kinder; auch für Erwachsene gebe es Angebote. Hinzu kämen jährlich rund 70 000 Menschen ins Puppenmuseum „die Kiste“.

Kasperl als Maskottchen

Diese Zahlen sind beeindruckend – gleichwohl genügen sie nicht: „Ohne die öffentliche Hand wären wir nicht lebensfähig“, so Marschall. Eine gute halbe Million Euro brauche die Puppenkiste jährlich von der Stadt Augsburg und dem Freistaat Bayern.

Mit diesem Geld will der Theaterchef in der Puppenkiste zwei Ziele erreichen – „gute Unterhaltung und den Abbau von Schwellenangst gegenüber dem Theater“. Dieser Ansatz mache sein Haus pädagogisch wertvoll.

Passend also, dass die Puppenkiste 2021 das Video „Dr. Kasperls Coronatest-Anleitung“ veröffentlichte. Es entstand in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Kultusministerium, um Kindern Selbsttests zu erklären – der Film wurde überregional ein Renner. Im Jahr davor hatte die Puppenkiste literarisch für Furore gesorgt – dank Thomas Hettches viel gepriesenem Roman „Herzfaden“ über das Theater.

In ihrer Heimatstadt ist die Puppenkiste natürlich dauerhaft präsent. So dient der Kasperl als Maskottchen des FC Augsburg und als Ampelmännchen, Jim Knopf als Spielplatzfigur.

Bald aber wird der Fokus in Augsburg erst mal auf einem anderen Wesen liegen: Rapunzel. Am 26. Februar soll ein Stück über das im Turm eingesperrte Mädchen Premiere feiern.

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