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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Ermittler nehmen Fahrdienstleiter fest

09.05.2018

Aichach Zwei Jahre nach der Katastrophe von Bad Aibling soll erneut ein Fahrdienstleiter in Bayern ein schweres Zugunglück mit Toten verursacht haben. Nach der Kollision mit zwei Todesopfern bei Aichach hat die Polizei am Dienstag den 24 Jahre alten Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) vorübergehend festgenommen. Gegen den Mann wurde später vom Ermittlungsrichter in Augsburg zwar Haftbefehl erlassen, der Fahrdienstleiter muss vorläufig allerdings nicht ins Gefängnis.

Der Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs wurde außer Vollzug gesetzt. Aufgrund der gegen den 24-Jährigen erlassenen Auflagen gebe es keine unmittelbare Fluchtgefahr, teilten Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium in Augsburg mit.

Wenige Hundert Meter entfernt vom Bahnhof im schwäbischen Aichach war am Montagabend gegen 21.15 Uhr eine mit etwa 30 Fahrgästen besetzte Regionalbahn auf dem Weg von Augsburg nach Ingolstadt frontal auf einen stehenden Güterzug geprallt. Warum beide Züge auf demselben Gleis unterwegs waren, ist im Detail noch unklar. Die Kripo schließt nach den bisherigen Ermittlungen eine technische Panne aus und sieht auf jeden Fall menschliches Versagen des Fahrdienstleiters als Ursache. Was der 24-Jährige konkret falsch gemacht hat, könne allerdings noch nicht gesagt werden, sagte Polizeisprecher Markus Trieb.

Der 37 Jahre alte Zugführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben bei dem Unglück. Ein weiterer Fahrgast wurde bei dem Aufprall schwer verletzt. Zwei Passagiere erlitten mittelschwere und elf Fahrgäste leichte Verletzungen. Der Lokführer aus dem Güterzug kam ohne äußerliche Verletzungen davon.

Nach dem Unfall sollen etwa 15 weitere Passagiere, die offenbar ohne größere Blessuren blieben, den Einsatzort verlassen haben, bevor die Beamten deren Personalien feststellen konnten. Die Kriminalpolizei hofft nun, dass diese Fahrgäste sich bei der Polizei melden.

Der Vorfall erinnert an das Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling vom Februar 2016. Damals waren zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn frontal zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung hatte er zurückgezogen.

Ob auch der 24-Jährige am Montag abgelenkt war und es deswegen zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Die Kripo ermittelte am Dienstag mit Unterstützung von Gutachtern weiter vor Ort.

Grafik zum Thema als PDF.

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