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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Trüffel Aus Niedersachsen: Trüffelhund Woopee buddelt erste Edelpilze aus

27.08.2019

Alfeld Fabian Sievers’ Trüffelplantage ist ein kleines Paradies: Grillen zirpen, Vögel zwitschern – gegenüber grasen ein paar Kühe. Rund 1000 Bäume hat Sievers vor sieben Jahren auf einem Acker im Leinebergland südlich von Hannover gepflanzt, etwa 750 davon waren mit Sporen von heimischen Burgundertrüffeln geimpft.

Der 47-Jährige ist ein Pionier. Er gehört zu einer kleinen Gruppe von Pilzforschern, Landwirten und Feinschmeckern, die den Trüffelanbau in Deutschland etablieren möchte. Lange war vergessen, dass der Edelpilz auch in heimischen Wäldern an Baumwurzeln wächst. Weil er unter Artenschutz steht, darf er dort aber nicht gesammelt werden. Deshalb versuchen Trüffelbauern, ihn zu kultivieren – was eine Menge Geduld, Geschick und vor allem den richtigen Standort erfordert.

Haseln, Hain- und Rotbuchen, Linden, Eichen und Schwarzkiefern hat Sievers gepflanzt, dazu Wildkirschen und Felsenbirnen als Begleitgehölze. „Ich imitiere die natürlichen Standorte und möchte es möglichst bunt und divers haben“, erklärt Sievers, während er mit seiner Hündin Woopee – ein Lagotto Romagnolo – den Hang hinaufstapft.

Knapp eine Woche zuvor ist das passiert, worauf der Trüffelbauer zwar hingefiebert, aber mit dem er noch gar nicht gerechnet hat. „Als Woopee plötzlich eine 80-Gramm-Knolle ausbuddelte, wusste ich nicht, ob ich schreien, lachen oder heulen sollte.“ Auch unter einem zweiten Baum wurde der italienische Wasserhund fündig: 375 Gramm des Pilzes.

Irgendwann möchte Sievers an seiner Plantage hinter einem Verkaufsstand stehen – ähnlich wie Erdbeer- oder Spargelbauern. Doch bis dahin sei es noch ein langer Weg. Aus den ersten Funden will er wieder Impfstoff herstellen. Sievers lebt auch vom Verkauf von selbst gezogenen Trüffelbäumen und Beratungen rund um den Edelpilz.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die unermüdliche Hündin, die schon Dutzende Fundstellen in den Wäldern des Leine- und Weserberglandes entdeckte. Die größte Knolle war etwa 350 Gramm schwer. „Ohne sie wäre ich nichts“, sagt Sievers und blickt zu Woopee hinunter. Früher war er in der Logistik eines Musikinstrumente-Großhandels angestellt, nun genießt er die Natur.

Im Hitzesommer 2018 hat Sievers in Panik eine Bewässerungsanlage auf seiner umzäunten 1,2 Hektar großen Plantage angelegt. „Vielleicht hätte ich doch besser Zitronen anbauen sollen“, scherzt er. 2019 scheint dagegen ein gutes Trüffeljahr zu werden.

Das berichtet auch der 2014 gegründete Deutsche Trüffelverband. „Dieses Jahr haben wir erste Kunden, die etwas finden“, sagt Vorstandsmitglied Ulrich Stobbe. Die genauen Standorte wollen die Betreiber laut dem Forstwirt nicht verraten.

Dass Diebe über den Zaun klettern und in seiner Plantage nach Trüffeln graben, fürchtet Fabian Sievers dagegen nicht. „Das würde schon hohe kriminelle Energie erfordern“, meint er. Die größten Feinde des niedersächsischen Trüffelbauern sind die Mäuse. Daher hat er mehrere Julen, also Ansitze für Greifvögel aufgestellt.

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