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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Maler-Genie des Goldenen Zeitalters

11.01.2019

Amsterdam Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) ist einer der berühmtesten Künstler aller Zeiten. Der geniale Maler der „Nachtwache“ verlieh dem Goldenen Zeitalter, der Blütezeit seiner Heimat, besonderen Glanz. Vor 350 Jahren, am 4. Oktober 1669, starb er. 2019 ist daher in den Niederlanden ein Rembrandt-Jahr.

Der junge Wilde

Der Müllerssohn Rembrandt wurde 1606 in Leiden geboren – und startete von dort aus einen rasanten Siegeszug. In der Stadt der feinen Tuchhändler besuchte Rembrandt die Lateinschule. Danach ging er in die Lehre bei „Höllenmaler“ Jacob van Swanenburg. Später setzte er seine Ausbildung beim Amsterdamer Pieter Lastman fort. Maler war damals ein respektabler Beruf. Der Lehrling zeigte Talent und Eigensinn. Kaum 18 Jahre alt bezog er sein eigenes Studio.

Die große Liebe

Er soll grob und unverschämt gewesen sein. Doch Rembrandt war auch ein Romantiker. Seine große Liebe fand er ganz oben im Norden, im friesischen Leeuwarden. Die schöne und reiche Bürgermeistertochter Saskia van Uylenburgh muss auch von ihm hingerissen gewesen sein. Sonst hätte sie kaum 1633 unter ihrem Stand den relativ unbemittelten Maler geheiratet. Saskia wurde Rembrandts Muse. Immer wieder malte und zeichnete er sie. Doch nur eins von vier Kindern überlebte: Sohn Titus. Wenige Monate nach dessen Geburt starb Saskia im Alter von 29 Jahren.

Schön und reich

Saskia und Rembrandt waren das Society-Paar von Amsterdam – schön und reich. Die Mächtigen gingen ein und aus in der Villa an der Breestraat. Kaufleute, Regenten, Geistliche gaben dem jungen Maler zahlreiche Aufträge. Die Produktion lief auf Hochtouren, auch dank der vielen Schüler. Einer der letzten großen Aufträge kam von der Amsterdamer Bürgerwehr. Das Gruppenporträt der „Kompanie von Kapitän Frans Banning Cocq“, besser bekannt als „Die Nachtwache“, malte er, während seine Frau im Sterben lag.

das liebe Geld

Rembrandt hatte von Finanzen keine Ahnung. In den acht Jahren ihrer Ehe war Saskia seine Managerin. Nach ihrem Tod ging es für Rembrandt schnell bergab. Er geriet in eine Schaffenskrise, die Kunden blieben weg. 1656 kam die Pleite und alles unter den Hammer. Danach übernahmen Titus und Rembrandts Frau Hendrickje, die frühere Haushälterin, die Geschäfte. Offiziell war der Maler bei ihnen nur im Lohndienst, die Gläubiger waren ausgetrickst.

Rembrandt XXL

Nach dem Tod von Hendrickje und Titus starb der einst große Meister 1669 völlig mittellos. Er hatte über 300 Werke geschaffen. Rund 200 Jahre später baute Amsterdam für ihn eine Kathedrale: Das Reichsmuseum. Nicht gerade für ihn persönlich, aber für seine Gemälde und die seiner berühmten Zeitgenossen im Goldenen Zeitalter. Prunkstück ist „Die Nachtwache“. Das „Rijks“, wie es kurz genannt wird, besitzt die größte Rembrandt-Sammlung der Welt. 2019 wird alles gezeigt. Das gab’s noch nie.

Unter der Lupe

Kein anderer hätte damals eine Bürgerwehr so gemalt wie Rembrandt. Nämlich nicht als braves Gruppenporträt, sondern als dramatische Szene: Der Hund kläfft. Die Männer zücken die Waffen. Gleich werden sie ausrücken. Nun ist „Die Nachtwache“ reif für eine Generalüberholung – ganz vorsichtig, versteht sich, und vor den Augen der Welt. Im Juli geht’s los. Dann forschen Computer und Scanner nach den verborgenen Geheimnissen des Meisterwerks.

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