ATHEN - Die verheerenden Brände in Griechenland haben in den vergangenen Tagen rund 183 990 Hektar Land vernichtet – eine Fläche doppelt so groß wie Berlin. Am Dienstag tobten nach Angaben der Feuerwehr noch in 29 Regionen Brände, die meisten davon auf der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa. Die Zahl der Toten stieg auf 64. Nahe Zacháro im Westen der Halbinsel Peloponnes entdeckte die Polizei die Leiche eines Hirten.
Drei Löschhubschrauber aus Baden-Württemberg beteiligten sich seit Dienstagmittag an den Einsätzen. Die Helikopter ließen Wasser auf Brandherde im hügeligen Hinterland östlich von Olympia ab. Auch andere europäische Länder mobilisierten weitere Hilfen. So wollten nach EU-Angaben unter anderem Spanien, Österreich, Schweden, Finnland, Tschechien und Rumänien Löschflugzeuge und Hubschrauber schicken.
Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis rief seine Landsleute angesichts der Katastrophe zu Solidarität und Eintracht auf. In Anbetracht dieser „nationalen Tragödie“ dürfe es keinen Raum für politischen Streit geben. Die Regierung versprach, mögliche Brandstifter „wie Terroristen“ zu jagen. Viele Griechen vermuten, dass Grundstückspekulanten hinter den Bränden stecken.
Die Regierung versprach den Obdachlosen und denjenigen, die ihren Besitz verloren haben, Soforthilfe in Höhe von 200 Millionen Euro. Unter anderem soll jeder Obdachlose 3000 Euro erhalten. Jede Familie wird als erste Maßnahme für den Verlust eines Hauses 10 000 Euro bekommen. Zudem sind zinslose Kredite vorgesehen.
Unterdessen wies die Einsatzleitung der Feuerwehr Vorwürfe zurück, wonach sich die Helfer im Raum Olympia am Sonntag mehr um den Schutz der antiken Stätte als um die Rettung von Menschen gekümmert haben sollen. Das historische Olympia wurde am Dienstag wieder für Besucher freigegeben.
