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Mehr als 185 Tote nach Explosionen in Sri Lanka
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Aktualisiert vor 26 Minuten.

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Mehr als 185 Tote nach Explosionen in Sri Lanka

NWZonline.de Nachrichten Panorama

Marine schuld am Delphinsterben?

15.04.2019

Athen /Kiel Gut sechs Wochen ist es her, dass die türkische Marine mit der größten Marineübung in der Geschichte der Republik begann. An der zehntägigen Operation „Blaues Vaterland“ nahmen mehr als 100 Kriegsschiffe teil. Am vergangenen Dienstag dann ein ungewöhnlicher Schritt: Auf Twitter postete das türkische Verteidigungsministerium ein mit Musik unterlegtes Video, in dem fröhlich springende Delfine türkische Kriegsschiffe begleiten. Die Mitteilung: Das Militär sei extrem sensibel, was die Umwelt betrifft. Was war geschehen?

Seit Abschluss der Manöver wurden an Stränden der Nordägäis mindestens 15 verendende und tote Delfine angeschwemmt. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, weil viele Kadaver bereits im Meer zersetzt und die Überreste von Fischen gefressen werden. Umweltschützer schlugen Alarm, die griechische Presse machte den Schuldigen schnell aus: Es liege am Sonar, das bei der Übung der türkischen Marine eingesetzt worden sei und die Tiere getötet habe.

„Dafür gibt es noch überhaupt keine Beweise“, sagt hingegen die Veterinärin Natascha Komninou, Professorin an der Universität Thessaloniki und Mitglied der auf Wale und Delfine spezialisierten Umweltorganisation Arion. Komninou kritisiert, dass die Nachricht vom Sonar in der Welt sei, obwohl noch gar keine umfassenden Obduktionen vorlägen. „Solange das nicht der Fall ist, können wir auch nicht über die Ursachen befinden.“ Fachleute beschäftigten sich bereits damit.

Grundsätzlich ist bekannt, dass starkes militärisches Sonar Meeressäuger schädigen kann – in schlimmsten Fällen führt lauter Schall zu Gewebeschädigungen in Kopf und Lungen der Tiere, sagt der Kieler Meeresbiologe Boris Culik. Darüber hinaus gebe es indirekte Schädigungen: „Die Marine nutzt sehr starke Schallwellen, um auch in trübem Wasser und weiter Entfernung ein akustisches Bild von der Umgebung zu erhalten. Bei Delfinen können diese Schallwellen zu kurzfristiger Taubheit oder sogar zu dauerhaften Gehörschäden führen“, sagt Culik. Weil die Tiere selbst Echo-Ortung zum Jagen einsetzen und für die schwachen Echos ihrer Beute auf ein sehr empfindliches Gehör angewiesen sind, bedeutet das, dass sie verhungern müssen.

Einer der 15 bisher dokumentierten verendeten Delfine in der nördlichen Ägäis wurde am 4. April an der Küste der Insel Skopelos entdeckt. Strandbesucher versuchten vergebens, das Tier, das gerade noch so am Leben war, zurück ins tiefere Wasser zu lotsen.

„Der Delfin war krank und elend, er wollte gar nicht zurück ins Meer, sondern sich im flachen Wasser ausruhen“, sagt Dimitris Papaioannou, Tierarzt auf Skopelos. Er rät Laien, in solchen Fällen auf keinen Fall helfend einzugreifen, sondern sich sofort an die Küstenwache oder Tierärzte zu wenden, weil das Tier sonst unnötig gequält werde. Verhungert oder abgemagert war der betreffende Delfin jedoch nicht. Bei einer ersten Untersuchung des Kadavers konnte Papaioannou lediglich eine Lungenentzündung feststellen. „Sonar war das ganz sicher nicht“, sagt er. Proben des Tieres hat er an die Universität Thessaloniki geschickt. „Wir vermuten, dass es ein Virus gibt, das die Tiere befällt, aber auch das steht noch nicht fest.“

Derweil bleibt bei den Experten ein ungutes Gefühl. „Die Zahlen sind einfach zu hoch“, sagt Anastasia Miliou vom Meeresinstituts Archipelagos auf Samos. 2018 habe man im selben Zeitraum nur zwei tote Delfine verzeichnet.

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