ATHEN/ROM - Athen/Rom/dpa Die verheerenden Waldbrände im Süden und Südosten Europas haben bis zum Sonntag mehr als 60 Menschen in den Tod gerissen und immense Schäden angerichtet. Allein in Griechenland kamen mindestens 61 Menschen in den Flammen um. In Mittelitalien starb ein Bauer beim Abbrennen von Gestrüpp.
Im Westen der griechischen Halbinsel Peloponnes hatten bis zum Sonntag mindestens 3000 Menschen das Dach über dem Kopf verloren. Auch auf der Insel Euböa und in der Region um Korinth wüteten riesige Feuer. Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis sprach von einer „nationalen Tragödie“. Die Regierung hatte bereits am Samstag den Notstand und eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Dramatisch war der Kampf um die antiken Stätten von Olympia. Stürmischer Wind peitschte die Flammen in Richtung der Weltkulturerbe-Stätte. Am Sonntagnachmittag hatte das Feuer die ersten Häuser am Schauplatz der Olympischen Spiele der Antike erreicht. „Olympia brennt! Helft uns! Die Front kommt auf die antike Stätte zu. Wir müssen weg“, schrie der Direktor der Museumsanlage, Christos Giannaras, ins Telefon. Dutzende freiwillige Helfer und Feuerwehrleute kämpften einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Feuerwalze. Wegen der starken Winde konnten keine Löschflugzeuge mehr eingesetzt werden. Erst am Abend gab es Entwarnung: Das archäologische Museum und die antiken Stätten seien „gerettet worden“, sagte der Generalsekretär des griechischen Kulturministeriums, Christos Zahopoulos.
Auch in Mittelgriechenland flammten am Sonntag immer wieder Feuer auf. Eine wochenlange Hitzewelle hatte das Land austrocknen lassen, seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Nach inoffiziellen Schätzungen verbrannten allein in den vergangenen drei Tagen 70 000 Hektar Land. Die Temperaturen sollen nach einer Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auch in den kommenden Tagen kaum unter 30 Grad sinken.
Die Regierung in Athen setzte Belohnungen zwischen 100 000 und einer Million Euro für Hinweise aus, die zur Festnahme von Brandstiftern führen. Viele Politiker machen Bodenspekulanten für die Katastrophe verantwortlich.
Auch auf Sizilien und in Kalabrien waren die Feuer am Sonntag nicht unter Kontrolle. Am heftigsten wüteten die Brände in der Nähe von Palermo. In Kalabrien musste am Sonnabend ein Touristendorf geräumt werden. In Bulgarien flammten am Sonntag erneut Wald- und Flächenbrände auf.
