Visbek - Der Geflügelfleischproduzent Wiesenhof und der Comedian Atze Schröder haben sich für ein heftig kritisiertes Werbevideo entschuldigt. In dem zweideutigen Clip hält Schröder eine lange Bratwurst in die Kamera und sagt unter anderem: „Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Traumatherapie.“
Die frühere „Germany“s Next Top Model“-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink wehrt sich derzeit vor Gericht gegen den Vorwurf, zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt zu haben. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung um Lohfink hätte der Spot nicht veröffentlicht werden dürfen, teilte der Marketing-Geschäftsführer von Wiesenhof, Ingo Stryck, am Sonnabend mit.
Empörung in Netzwerken
„Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen und haben das Video sofort aus dem Netz genommen.“ Das Video sei bereits im vergangenen Jahr gedreht worden. Wiesenhof hatte den Spot im März 2016 auf YouTube hochgeladen, Lohfink äußerte sich demnach zu ihrem Fall bereits im Januar.
Die im Netz geäußerte Empörung über den Spot ist groß. „Die, die mit Vergewaltigung Werbung machen. Ihr & Atze seid ekelhaft“, twitterte ein User. Ein anderer: „20 Zentimeter Hirn – danach müssten Atze und Wiesenhof erst einmal in die Traumatherapie.“ Ein weiterer Nutzer schrieb: „Hähnchen-KZs, Atze Schröder und Spott über eine vergewaltigte Frau. Bei Euch stimmt das Gesamtpaket.“Der Prozess um Model Gina-Lisa Lohfink wird am Montag fortgesetzt.
„Große Dummheit“
Der Hintergrund: Im Jahr 2012 hatten zwei Männer nach einer Partynacht ein Sex-Video mit Lohfink ins Netz gestellt. Dafür wurden sie später verurteilt. Hingegen bekam die heute 29-jährige Lohfink einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung in Höhe von 24 000 Euro. Weil sie diesen nicht akzeptierte, steht sie nun in Berlin vor Gericht. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt und eine Debatte über das Sexualstrafrecht sowie die Rechte von Opfern ausgelöst.
Atze Schröder schrieb, er sei „absolut und ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt“. Seit Jahren engagiere er sich für den Verein „Roterkeil.net“ gegen Kinderprostitution. Der Werbespot hätte nie veröffentlicht werden dürfen: Das Video sei eine große Dummheit, die er bereue. Er kündigte an, 20 000 Euro an „Roterkeil.net“ zu spenden.
