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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Wer bekommt eine Lola? Favoriten für den Filmpreis

01.05.2019

Berlin (dpa) - In den USA gibt es den Oscar, in Deutschland die Lola: An diesem Freitag (3. Mai) wird in Berlin der Deutsche Filmpreis verliehen. Wer hat gute Chancen auf eine Auszeichnung? Wer entscheidet darüber? Und was gilt für die etwa 1900 Gäste? Eine Übersicht zum Mitreden.

Am häufigsten nominiert ist das Drama "Gundermann". Der Regisseur Andreas Dresen erzählt darin die Geschichte des DDR-Liedermachers Gerhard Gundermann (1955-1998). Der Film ist in zehn Kategorien nominiert, etwa als bester Spielfilm und für die beste Regie.

Das Drama "Styx" von Wolfgang Fischer über eine Seglerin, die auf dem Meer ein Flüchtlingsboot trifft, hat sechs Nominierungen. Mit jeweils fünf Nominierungen gehen Fatih Akins Serienmörderporträt "Der Goldene Handschuh" und Caroline Links Film "Der Junge muss an die frische Luft" über die Kindheit von Hape Kerkeling ins Rennen.

Für einen Mann wird es eine Premiere geben: Der Schauspieler Ulrich Matthes (59) steht erstmals als Präsident der Deutschen Filmakademie auf der Bühne. Bisher leitete Iris Berben die Akademie. Er sei wegen des Postens immer noch "manchmal nervös" und wegen des Filmpreises "sehr vorfreudig", sagte Matthes vorab.

Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung für die Branche. Die etwa 2000 Mitglieder der Filmakademie stimmen über die Gewinner ab. Der Filmpreis ist insgesamt mit fast drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert, das Geld kommt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

In der Nominierungsliste steht ein Film, auf den manche im Ausland Hoffnungen gesetzt hatten: Das Künstlerdrama "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck war gleich zweimal für den Oscar nominiert, ging aber leer aus. Bei den Lolas hat er eine Nominierung für die beste männliche Nebenrolle, nicht jedoch als bester Film. Henckel von Donnersmarck hatte 2007 mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Auslands-Oscar geholt.

Wie erklärt sich das Akademiechef Matthes? "Die Mehrzahl der abstimmenden Mitglieder war der Meinung, dass - die Leistung von Oliver Masucci ausgenommen - andere Gewerke in diesem Film offensichtlich nicht nominierungswürdig sind", sagte er. "Das ist eine demokratische Entscheidung, die habe ich nicht zu kommentieren."

Am Funkturm im Berliner Nordwesten werden ungefähr 1900 Gäste erwartet - und zwar in schicker Garderobe, so der Dresscode. Die Verleihung beginnt am späten Nachmittag, das ZDF zeigt sie später ab 22.55 Uhr. Moderiert wird der Filmpreis von den Schauspielern Desirée Nosbusch und Tedros Teclebrhan.

Drei Preisträger stehen schon fest: Die Regisseurin Margarethe von Trotta bekommt den Ehrenpreis für ihre "herausragenden Verdienste um den deutschen Film". Ein Preis für den "besucherstärksten Film des Jahres" geht an "Der Junge muss an die frische Luft". Produzent Christian Becker bekommt den Bernd-Eichinger-Preis, wie die Filmakademie mitteilte.

Becker habe mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen verantwortet, etwa "Fack ju Göhte" und "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Er brenne für seine Filme und "überwindet oft große Widerstände, um unmöglich Geglaubtes zu erreichen. Er ist ein Mann des Kinos, der sein Publikum liebt", sagte Katja Eichinger in der Mitteilung.

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