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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Bahnknoten Hannover soll entwirrt werden

21.09.2016

Hannover Dass der Hauptbahnhof Hannover an seine Kapazitätsgrenzen stößt, merken Pendler nicht nur im Gewusel auf den Bahnsteigen. Auch auf vielen Linien Richtung Landeshauptstadt drängen sich die Reisenden und Platz für mehr Züge gibt es in einem der meistfrequentierten deutschen Bahnhöfe kaum. Auf einen Ausbau des Bahnknotens Hannover drängt Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) daher derzeit in Berlin. Bei Beratungen an diesem Dienstag mit EU-Verkehrskoordinatorin Catherine Trautmann geht es vor allem um finanzielle Hilfe der Europäischen Union bei der Planung des Ausbaus.

Weshalb ist der Bahnknoten Hannover überlastet?

750 Züge steuern täglich den Hauptbahnhof an sowie 250 000 Reisende und Besucher. Gerade die S-Bahn- und Regionalzüge locken immer mehr Pendler. Für zusätzliche Züge reichen die Bahnsteige und Gleise nicht, auf den Strecken Richtung Hannover kommen sich an einigen Stellen Personen- und Güterzüge leicht in die Quere. An kleineren Stationen sind die Bahnsteige zu kurz für längere Züge. Auf den meisten Strecken sind die Fahrpläne so eng getaktet, dass für weitere Fahrten kein Platz ist. Verspätungen übertragen sich schnell auf andere Bahnen.

Ist dies ein rein lokales Problem?

Die Engpässe in Hannover behindern den Einsatz zusätzlicher Züge auch weit ins Land hinein. Weitere Fahrten etwa ab Paderborn oder Braunschweig kann die Bahn nicht anbieten, wenn die Züge sich in Hannover nicht einfädeln lassen. Auch für die geplante Ausweitung des IC/ICE-Verkehrs ist ein Nadelöhr wie Hannover ein Hemmnis.

Wozu soll der Knoten ausgebaut werden?

Geplant sind eine schnelle RE-Linie mit wenigen Zwischenhalten von Paderborn über Hameln und Hannover zum Flughafen, halbstündliche RE-Anschlüsse nach Braunschweig, Wolfsburg und Minden. Zweistündlich soll ein RE ohne Umsteigen von Hamburg nach Hannover fahren. Im ICE/IC-Verkehr plant die Bahn zwei Züge pro Stunde zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet.

Was für Bauarbeiten sind nötig?

Bisherige Pläne listen den Bau eines weiteren Bahnsteiggleises im Hauptbahnhof auf, verlängerte Bahnsteige in etlichen kleinen Stationen, zusätzliche Gleise auf der Deisterstrecke sowie bei Hannover, Wunstorf und Lehrte. Mehr Signale sollen zwischen Lehrte und Celle eine dichtere Zugfolge ermöglichen.

Gibt es dann demnächst weniger Verspätungen?

Dies hängt nicht alleine vom Streckennetz ab. Weniger neuralgische Punkte aber ermöglichen einen flüssigeren Betrieb. Nicht jede verspätete Bahn steht gleich einem anderen Zug im Weg. Wenn gerade in den Stoßzeiten mehr Züge fahren, gibt es weniger überfüllte Bahnen - auch das verringert die Gefahr von Verspätungen.

Quillt das Bahnhofsgebäude bei noch mehr Pendlern nicht aus allen Nähten?

Mehr Reisende als bisher sollen auch abseits des Zentrums auf die Stadtbahn umsteigen können. Zusätzliche S-Bahnhalte sind in Hannover-Waldhausen, Hannover Braunschweiger Platz und Laatzen-Mitte vorgesehen.

Ist Hannover das einzige Nadelöhr im deutschen Bahnnetz?

Nein, weitere Bahnknoten am Limit sind Köln, Frankfurt, München und Berlin.

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