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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Elefantenhosen: Ein Stück Stoff mit modisch eher zweifelhaftem Ruf

08.02.2020

Bangkok Sie sind luftig bei 35 Grad, aber haben modisch gesehen nicht den besten Ruf. Wer mal mit dem Rucksack durch die Welt gereist ist und auf die Schnelle lange Kleidung gebraucht hat, kennt sie: Elefantenhosen. Das sind weite Hosen mit ziemlich wildem Elefanten-Muster.

Die kaufen sich viele Reisende, weil sie billig sind, für einen Besuch im Tempel oder weil sie die Hosen exotisch finden. Daheim im deutschen Winter oder im Büro sind sie eher was für Mutige, sie landen hinten im Wäscheschrank. In Südostasien aber, da sind sie bei Backpackern beliebt wie Bier oder Tattoos.

Sie sind für diese Ecke der Welt so typisch, dass es zum Beispiel in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh an Halloween ein einfaches Kostüm gibt: den Backpacker. Dafür braucht man nur eine Elefantenhose. Vielleicht noch ein Muskelshirt mit einer Biermarke drauf und aufgemalte Tattoos.

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Besonders gut ist das Phänomen in Thailands Hauptstadt Bangkok zu beobachten, im Rucksackviertel Khaosan Road, das wegen des Films „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio berühmt wurde. Es gibt in der Gegend Hostels, Kneipen, Tuk-Tuks und Tattoo-Stände unter freiem Himmel. Die Khaosan Road ist manchmal das Erste, was junge Leute bei ihrer Asienreise sehen.

Dort kosten „elephant pants“ umgerechnet um die vier Euro. Die weißen Elefanten-Muster auf den schwarzen, roten oder blauen Hosen sind nicht zu übersehen. „Sie sind angenehm zu tragen, sie geben mir ein frisches Gefühl“, erzählt die Spanierin Marissa Arranz (50). Dreimal war sie schon in Thailand, jedes Mal hat sie ein Paar gekauft.

Renato Moran hat sie aus praktischen Gründen, als Besucher einer königlichen Sehenswürdigkeit. „Ich musste mir welche für den Palast kaufen.“ Daheim in Peru anziehen? Nein, sagt der 31-Jährige. Jeung Meun-hun (34) aus Südkorea sagt auf die Frage, was ihm daran gefällt: Sie seien „einfach billig und bequem“. Der Händler Sawat Daengurai (53) erzählt, die meisten Kunden kämen aus Asien. „Die neigen dazu, viele auf einmal zu kaufen.“

Für einen Kulturwissenschaftler liegt der Vergleich mit Haremshosen aus dem frühen 20. Jahrhundert nahe. „Sie haben aber auch einen Touch von Hippie, den wir heute eher Hipster nennen würden“, sagt Adam Geczy von der Universität Sydney. Diese Mode greift dabei vage auf Exotik zurück, sodass man sie nicht mehr einer bestimmten Kultur zuordnen kann. Das Signal: Ich bin anders. Hippie-Moden sind für den Wissenschaftler generell auch ein Protest gegen neue konservative Strömungen.

Thailänder tragen diese Hosen kaum. Die Händlerin Mantana Kernkangpu aus Bangkok sagt: „Ausländer mögen die Hosen, weil sie, wenn sie die Elefanten sehen, an Thailand denken.“ Die 44-Jährige würde sie nicht anziehen. „Ich bin zu alt. Sie sind nicht mein Stil.“

Wer in einer Facebook-Gruppe mit Zehntausenden Mitgliedern die in Bangkok lebenden Ausländer fragt, bekommt eine Fülle von Kommentaren, pro und contra. In 20 Jahren habe er höchstens 20 Thailänder damit gesehen, sagt einer. Die Hosen seien super Umstandsmode. Sie seien etwas für Deppen.

In Deutschland ist der Stilexperte Bernhard Roetzel nicht so streng. Die Hosen seien „auch nicht schlimmer als vieles anderes, was Leute so tragen“, sagt er.

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