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Bei ihrer Flucht vor der Polizei haben Bankräuber in Göttingen einen Geschäftsmann aus Frankfurt mit einer Maschinenpistole angeschossen und lebensgefährlich verletzt. „Das war versuchter Mord. Diese Tat ist von solcher Skrupellosigkeit und Brutalität, wie wir sie bisher nicht kannten“, sagte der Göttinger Polizeipräsident Hans Wargel am Donnerstag. Die beiden Täter flüchteten in dem Wagen des Angeschossenen durch die Stadt. Auf einem Parkplatz stiegen sie in das Auto eines Komplizen um und setzten ihre Flucht fort. Einer der drei Männer, die am Vortag in Wieda im Harz eine Bank überfallen hatten, wurde inzwischen festgenommen.Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatten zwei der Täter – ein Pole und ein unbekannter Komplize – in Berlin ein Auto gestohlen und waren damit nach Wieda gefahren. Dort raubte einer der Männer maskiert und bewaffnet eine Volksbankfiliale aus. Sein Komplize wartete mit dem Wagen vor der Tür. Beide Täter flüchteten mit mehreren tausend Euro Beute. Auf einem Parkplatz in der Nähe stiegen sie in das Auto eines Bruders des Polen um und setzten die Flucht fort.
Eine Großfahndung der Polizei aus drei Bundesländern mit Spürhunden und Hubschraubern hatte zunächst keinen Erfolg. Erst am Abend meldete ein Taxifahrer, dass er zwei Männer von Goslar nach Göttingen gefahren habe, die ihm „eigenartig“ vorgekommen seien. Nach Hinweisen von Passanten spürte eine Streifenwagenbesatzung die beiden im Hof eines Luxushotels auf. Sie hatten den gerade angekommenen Geschäftsmann aus Frankfurt gezwungen, sein Auto zu verlassen. Beim Eintreffen der Polizei eröffneten die beiden Männer mit Salven aus einer oder zwei Maschinenpistolen das Feuer auf die Beamten. Diese warfen sich auf den Boden.
Die Räuber flüchteten und schossen aus dem Heckfenster und durch das Dach des Autos. Dabei wurde der 43 Jahre alte Geschäftsmann von einer Kugel in den Kopf getroffen. Hubschrauber, mehrere Streifenwagen und ein Spezial-Einsatzkommando der Landeskriminalpolizei Hannover verfolgten das Auto bis nach Thüringen.
Auf der Autobahn A 38 bei Nordhausen stoppten die Polizisten den Wagen. Darin saß jedoch nur einer der Täter, nämlich der Bruder des einen Bankräubers. Bisher schweigt der Festgenommene zu den Vorwürfen.
