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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Deutscher Arzt kämpft gegen Ebola

03.12.2018

Beni Bei feuchter Hitze im Schutzanzug: Der Würzburger Tropenmediziner Christian Kleine kämpft im Osten des Kongos an vorderster Front gegen die Ausbreitung des lebensgefährlichen Ebola-Virus. Er arbeitet unter maximalen Schutzvorkehrungen in einem Ebola-Transitzentrum für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Stadt Beni. „Das Tragen des Schutzanzuges ist in der prallen Hitze des Kongos nicht länger auszuhalten als eine Stunde“, schilderte der 42-jährige Arzt. „Angenehm ist es nur, wenn man im Schutzanzug steckt und es regnet.“

Das An- und Ablegen des Schutzanzuges in den dafür vorgesehenen Schleusen folge einem genauen Protokoll. „Beim Ausziehen besteht die Gefahr, dass man sich selbst kontaminiert“, sagte Kleine telefonisch der Deutschen Presse-Agentur. Er fürchte jedoch nicht, sich versehentlich anzustecken, denn der Monat für MSF in Beni sei bereits sein dritter Einsatz bei einer Epidemie eines hämorrhagischen Fiebers in Afrika. Normalerweise arbeitet er an der Missioklinik Würzburg. Das Transitzentrum ist provisorisch auf einem Fußballfeld errichtet worden, um die Ebola-Behandlungszentren zu entlasten.

„Wir haben Mitte November angefangen mit 16 Betten, dann 32, jetzt haben wir aktuell 48 Betten“, schilderte Kleine. Die Ebola-Epidemie sei weiterhin nicht unter Kontrolle, sagte er. „Wir sehen daher immer wieder neue Infektionsketten, von denen wir nicht wissen, wie sie zustande gekommen sind“, sagte der 42-Jährige.

Wegen der Sicherheitslage sei es häufig nicht möglich, die Kontakte erkrankter Patienten zurückzuverfolgen. In der rohstoffreichen Provinz Nord-Kivu kommt es immer wieder zu Kämpfen, weil dort mehrere Milizen und Rebellengruppen aktiv sind. Den Gruppen geht es meist um die Kontrolle über die Bodenschätze.

Seit August haben sich Behördenangaben vom Freitag zufolge 426 Menschen mit Ebola infiziert, 245 Menschen starben an der Erkrankung. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer Epidemie 2014/2015 starben in Westafrika mehr als 11 000 Menschen. Infizierte können das nach einem kongolesischen Fluss benannte Virus über Körperflüssigkeiten wie Blut und Schweiß oder Erbrochenes übertragen.

Kleine erklärte, ein Vorteil des Transitzentrums sei es, dass dort alle Patienten kostenlos behandelt würden, nicht nur jene, bei denen Ebola-Tests positiv ausfielen. Das entlaste die völlig überforderten örtlichen Gesundheitsstrukturen, die viele Patienten mit anderen Krankheiten nicht mehr behandeln könnten. „Die Menschen sterben ja nicht nur an Ebola, sondern auch wegen Ebola“, sagte Kleine. Einer der härtesten Momente der Arbeit sei es, wenn erkrankte Patienten von ihren Familienmitgliedern getrennt werden müssten. „Das ist immer wieder traurig mitanzusehen. Aber die Isolation der Patienten gehört einfach dazu, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.“

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