BERLIN - Nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen „Hells Angels“ und „Bandidos“ in jüngster Zeit droht jetzt in Berlin eine neue Welle der Gewalt zwischen den verfeindeten Rockergruppen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, liefen mehr als 70 Mitglieder der „Bandidos“ zu den verfeindeten „Hells Angels“ über. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ schlossen sich die Überläufer den „Hells Angels Türkei“ an.
„Das ist eine eindeutige Schwächung der ,Bandidos‘ und eine Kräfteverschiebung zugunsten der ,Hells Angels‘“, sagte eine Sprecherin der Berliner Senatsinnenverwaltung.
Die Polizei befürchtet ein Aufflammen des Rocker-Krieges in der Region. „Wir sehen den Wechsel mit Besorgnis“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. „Es könnte sein, dass sich die verbliebenen ,Bandidos‘ an ihren abtrünnigen Mitgliedern rächen werden. Es könnte zu Vergeltungsschlägen kommen.“
Zwischen den verfeindeten Banden war es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalt gekommen. So war beispielsweise im vergangenen August in Berlin-Hohenschönhausen ein 33 Jahre alter Rocker erschossen worden.
