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Faktencheck Steckt Bill Gates hinter dem Coronavirus?

Stefan Voß Sebastian Fischer

Berlin - Mit der derzeitigen Ausbreitung des Coronavirus werden im Netz massiv falsche Theorien verbreitet. Besonders im Fokus: die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates.

Behauptung I: Ein von der Gates-Stiftung unterstütztes Institut hält ein Patent auf das aktuelle Coronavirus.

Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Erste Infektionen der aus China stammenden Lungenkrankheit werden im Dezember 2019 bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass das Coronavirus auf einen Markt in der Millionenstadt Wuhan zurückgeht.

Artikel im Netz und Nutzer in sozialen Medien stellen die Mutmaßung auf, das Virus stehe in Verbindung mit Gates. Dessen Stiftung soll etwa die Entwicklung des Erregers finanziert haben.

Als angeblicher Beweis dafür wird vielfach ein Patent vorgebracht, das 2015 vom Pirbright Institut angemeldet wurde. Zu den Finanzierern dieser wissenschaftlichen Einrichtung gehört neben dem britischen Umweltministerium, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU-Kommission auch die Bill und Melinda Gates Stiftung.

Es gibt tatsächlich ein Patent von 2015 mit dem Titel „Coronavirus“ des Pirbright Instituts. Allerdings handelt es sich um ein Patent zur Impfstoffentwicklung gegen ein Geflügelvirus. Diese Forschungen haben nichts mit der derzeitigen Ausbreitung zu tun. Der aktuelle Erreger gehört auch zur Familie der Coronaviren. Weitere sind etwa das Sars- und das Mers-Virus.

In der Immunologie ist es üblich, dass Forscher das Erbgut von Krankheitserregern verändern, um sie weniger gefährlich zu machen. Diese eignen sich dann zur Herstellung von Impfstoffen. Darin sind Bruchstücke von Viren oder die Erreger selbst in abgeschwächter Form vorhanden. Der geimpfte Organismus soll Abwehrmechanismen gegen die Viren entwickeln.

Behauptung II: Die Gates-Stiftung soll Wochen vor dem aktuellen Coronavirus-Ausbruch 65 Millionen Tote prognostiziert haben.

Das ist falsch. Am 18. Oktober 2019 hielt ein ranghohes Expertengremium in New York die Simulationsübung „Event 201“ ab. Veranstalter waren das Johns Hopkins Center for Health Security, das Weltwirtschaftsforum und die Gates-Stiftung. Die Übung hatte nach Angaben der Veranstalter das Ziel, die Einsatzbereitschaft von Behörden und privaten Organisationen im Falle einer weltweiten Epidemie zu verbessern, um größere Schäden für Wirtschaft und Bevölkerung zu verhindern.

Vergangene Woche widerspricht das Johns Hopkins Center den Behauptungen, man habe im Oktober einen bevorstehenden Virus-Ausbruch vorhergesagt oder 65 Millionen Tote durch das aktuelle Coronavirus „prognostiziert“. Vielmehr habe man für die Veranstaltung ein Szenario entworfen. Darin ging man von 65 Millionen Toten aus, wenn keine Abwehrmaßnahmen koordiniert werden würden.

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