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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Freizeit: So wurde SUP zum Massenphänomen

31.07.2020

Berlin Es trainiert den ganzen Körper, entspannt den Geist und erlaubt neue Perspektiven vom Wasser aus: Stand-up-Paddling (kurz SUP) erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Mit Hilfe eines langen Paddels durchkreuzen Stand-up-Paddler Kanäle, Seen und Flüsse stehend auf ihren Surfboards.

Die Herkunft

Die Geschichte beginnt bei den Polynesiern, zu denen unter anderem die Māori auf Neuseeland, aber auch die Bewohner von Hawaii, Tahiti, Samoa, Tonga, der Osterinsel und der östlichen Inseln von Fidschi zählen. Sie sollen auf ihren Kanus über die Riffe hinaus gepaddelt sein, um fischen zu können, erklärt Experte Steven Bredow. In den 60er Jahren sollen Surf-Lehrer ihre Longboards im Stehen genutzt haben, um ihre Surfschüler besser zu überblicken.

Die Regeln

Die Stand-up-Paddle Alliance Germany, Zusammenschluss verschiedener Wassersport-Verbände, hat sich die Förderung des Sports auf die Fahne geschrieben. So muss ein Wettbewerber während des gesamten Wettkampfes auf dem Bord stehen. Sitzend oder kniend dürfen in der Orientierungs- und Erschöpfungsphase maximal fünf Paddelzüge absolviert werden. Die Ziel- und Startlinie muss auf jeden Fall stehend überfahren oder beim Beach-Start überlaufen werden.

Der Wettkampf

Wettbewerbe für Erwachsene finden in den Wertungsklassen Sprint (ungefähr 500 Meter) oder Langstrecke (12 000 Meter) auf flachem Gewässer statt. Es gibt aber auch andere Wettkampf-Formen, etwa das Technical Race. Die Streckenlänge offen, Austragungsort ist das Meer. Als härtestes Rennen gilt das „Molokai 2 Oahu“ auf Hawaii. Die Rennstrecke verläuft über 51,5 Kilometer auf dem Pazifik. Dort treffen starke Passatwinde und Strömungen aufeinander.

Die Gefahren

Wind und Strömungen können auch Stand-up-Paddlern zum Verhängnis werden. Jüngst bemerkten etwa Seenotretter in der Lübecker Bucht bei einer Kontrollfahrt durch Zufall zwei Jugendliche, die auf ihren SUPs rund 400 Meter in die Ostsee abgetrieben waren. Sie wurden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger unterkühlt und entkräftet an Land gebracht. Die DGzRS empfiehlt Informationen zu Wetter, Windrichtung und Windstärke, Wassertemperatur und gegebenenfalls zu den Gezeiten einzuholen.

Die Probleme

Mittlerweile verkaufen auch Discounter die Sportgeräte in großer Stückzahl. „Nicht jeder, der einmal SUP ausprobieren will, sollte sich ein eigenes kaufen“, sagt Bredow. Es entstehe viel Müll, der bei Natur- und Umweltschützern für Unmut sorgt. Außerdem verursachten die Wassersportler auch mehr Müll, wenn beim Paddeln etwa Getränkeflaschen im Wasser landen. In Großstädten ärgern sich Anwohner von Kanälen, Teichen oder Seen über das durch Stand-up-Paddler erhöhte Verkehrsaufkommen auf dem Wasser. Auch dem Schiffsverkehr sei so mancher Paddler in die Quere gekommen.


     http://dpaq.de/gopuq 
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