BERLIN - Ein Ständchen von Herbert Grönemeyer auf der Hochzeitsfeier, eine Festrede von „Tagesschau“-Sprecher Jens Riewa oder Shakira beim Gartenfest: Manche Stars zieht es in den Dschungel, wo sie sich in Kakerlaken suhlen, um die Monatskasse aufzubessern, andere lassen sich mieten – als Partygast, Redner oder für ein kleines Konzert im Wohnzimmer.

Mit einer Stretchlimousine können Gastgeber heute kaum noch imponieren. Schon eher, wenn aus dieser eine Berühmtheit steigt. Promis für zu Hause sind allerdings ein kostspieliger Spaß: Die 5000 Euro für Schlagersängerin Michelle klingen geradezu läppisch. Selbst die 100 000 Euro für Herbert Grönemeyer zählen noch zu den günstigeren Angeboten auf dem Star-Mietmarkt.

In exklusiven Kreisen wird für die Promi-Präsenz auf der privaten Party nicht selten ein Vielfaches hingeblättert. Offiziell bestätigt werden solche Abendgagen freilich nicht. Kolportiert wird, dass Robbie Williams für 1,5 Millionen Euro 17 Lieder singt, dass Amy Winehouse 1,26 Millionen nimmt – Getränke nicht mitgerechnet. Und dass von US-Sängerin Beyoncé eine Stippvisite auf der Gartenparty nicht unter sechs Millionen zu haben ist.

Viele Stars sind aber nicht nur eine Frage des Geldbeutels, ohne Vitamin B kommt man überhaupt nicht an sie heran. Fußballer Michael Ballack etwa gewann Elton John für ein Hochzeitsständchen über einen gemeinsamen Freund.

Für den kleineren Geldbeutel empfehlen sich Doubles. Da wird zum Beispiel „ein Peter Maffay, der zwar nicht aussieht wie das Original, aber genauso singt“, von einer Agentur angeboten. Oder es gibt einen Jeanette-Biedermann-Ersatz.

Das Konzept „Promis privat“ ist allerdings nicht neu. Die Punkband Die Toten Hosen tourte schon vor Jahren durch deutsche Wohnzimmer. Die Gagen wurden hier in Bier berechnet. Ein Kasten reichte oft schon.