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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Was uns alt aussehen lässt

20.01.2018

Berlin „Forever young“ – Für immer jung wollte die deutsche Band Alphaville bleiben, als sie den gleichnamigen Hit in den Achtzigerjahren schrieb. „Es ist so hart, älter zu werden ohne jeden Grund“, sang Frontmann Marian Gold. Ein Leid, das viele Menschen kennen – und das jährlich Milliarden in die Kassen der Kosmetikindustrie spült.

Dabei lassen sich Falten, Altersflecken und lichter werdendes Haar nicht nur mit Cremes und Lotionen bekämpfen. Was viele nicht wissen: Wie schnell wir äußerlich altern, hängt neben unseren Genen ganz wesentlich davon ab, wie wir uns verhalten, wo wir leben und wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Allein für Veränderungen der Haut, des größten sichtbaren Organs, sind die Zahlen deutlich. „20 bis 30 Prozent der Hautveränderungen werden durch genetische Faktoren bedingt. Die restlichen 70 bis 80 Prozent entstehen durch Umwelteinflüsse, zum Beispiel durch UV-Strahlung und Luftverschmutzung“, erklärt Jean Krutmann, Leiter des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung.

Organismus betroffen

Wer verstehen möchte, warum Veränderungen unseres Aussehens so stark mit Umwelt und Verhalten zusammenhängen, muss einen genauen Blick in die Zellen des menschlichen Körpers werfen. „Altern betrifft nie nur ein Organ, es altert immer der gesamte Organismus. Äußerliche Veränderungen hängen also mit dem gesamten Alterungsprozess zusammen und können ein Indiz für den Zustand unseres Körpers sein“, sagt Martin Denzel vom Max- Planck-Institut für die Biologie des Alterns.

Ernähren wir uns fettig, trinken Alkohol, rauchen oder liegen zu lange in der Sonne, setzen wir unseren Körper biologischem Stress aus. Dadurch kommt es sowohl bei jungen als auch bei älteren Menschen zu molekularen Schäden, zum Beispiel in der DNA. Solche Schäden treten in jeder Minute tausendfach auf. Doch während ein junger Körper sie gut überwacht und schnell repariert, ist ein älterer Körper dazu immer weniger in der Lage. „Altern bedeutet, dass der Körper immer schlechter mit Stress umgehen kann. In den Körperzellen sammeln sich deshalb DNA-Mutationen. Dadurch können Organe leichter versagen oder Tumore entstehen“, erklärt Denzel.

Auf die Haut haben solche Zellveränderungen zwei sichtbare Auswirkungen. „Das sind zum einen Veränderungen in der Hautpigmentierung. Sie wird inhomogen, und es können Alterungsflecken auftreten. Zum anderen nimmt die Hautelastizität ab, es entstehen also Falten“, sagt Krutmann. Dabei lasse sich der Unterschied zwischen genetisch bedingtem und äußerlich beeinflusstem Hautaltern mit bloßem Auge erkennen. „Jeder von uns bekommt im Alter feine Falten.“

Um herauszufinden, worunter die menschliche Haut besonders leidet, was sie verändert und altern lässt, führen Krutmann und seine Kollegen Tests im Labor durch. In Petrischalen bringen sie echte Hautstücke in Kontakt mit Schadstoffen. Während die schädliche, sogar krebserregende Wirkung von UV-Strahlung oder Tabakrauch bereits gut erforscht und nachgewiesen ist, stehen die Wissenschaftler beim Thema Luftverschmutzung noch am Anfang.

Ernährung wichtig

Ein wesentlicher Treiber für das sichtbare Altern sind neben äußerlichen Einwirkungen auf die Haut aber auch Stoffe, die wir durch den Mund zu uns nehmen. Immer wieder zeigt sich, dass Menschen trotz ähnlicher Umwelteinflüsse unterschiedlich schnell alt aussehen. Die schädigende Wirkung äußerer Faktoren hängt also auch von den körperlichen Voraussetzungen ab.

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