BERLIN - Der Prozess um die tödliche Hetzjagd auf einen jungen Berliner soll im zweiten Anlauf am nächsten Montag beginnen. Der ursprünglich geplante Auftakt am Landgericht in der Hauptstadt platzte am Montag. Das Kammergericht hatte kurzfristig entschieden, dass sich der 21-jährige Hauptverdächtige und ein Komplize zusammen in einem Verfahren verantworten sollen. Ursprünglich sollte es zwei getrennte Prozesse geben. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Beschwerde eingelegt.
Der 21-Jährige ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er sollte zunächst allein vor Gericht stehen. Der Komplize war nach Angaben von Ermittlern nicht an der Hetzjagd beteiligt. Er soll sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die beiden Männer hatten sich der Polizei gestellt.
Der 23-jährige Giuseppe M. war in Angst und Panik vor einer Prügelattacke im U-Bahnhof Kaiserdamm im September 2011 auf die Straße gerannt. Dort wurde er von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Der Tod des jungen Mannes löste große öffentliche Anteilnahme aus. Am Unfallort legten Menschen noch Wochen später Blumen nieder, dem Trauerzug folgten Hunderte.
Am Montag waren auch Familienangehörige und Freunde des Opfers ins Gericht gekommen. Ein älterer Bruder sagte, er verspüre keinen Zorn, aber der Tod seines Bruders sei nach wie vor ein großer Verlust.
